Tennis : Der Traum des Andre Agassi

Andre Agassi gewöhnt sich langsam an das Leben als "Tennis-Rentner". Er träumt aber immer noch davon, mit seiner Ehefrau Steffi Graf im Mixed zu spielen.

Las Vegas/Hamburg - Drei Monate nach der Viersatz-Niederlage gegen Benjamin Becker bei den US Open und dem Ende seiner großen Karriere will der 36-Jährige Andre Agassi einen Rückfall in alte Gewohnheiten zwar nicht völlig ausschließen. "Aber im Moment kann ich sagen, dass ich meinen inneren Frieden gefunden habe", verriet der Amerikaner im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung". "Mittlerweile habe ich meinen Abschied verarbeitet."

Als Förderer und Wohltäter kümmert sich der Ehemann von Steffi Graf schon seit Jahren um Kinder und Jugendliche, denen er Ausbildung und Perspektive bietet. "Mit anzusehen, wie ein Kind, das nichts hat, plötzlich eine Chance erhält - das ist wunderbar und erstrebenswert." Millionen von Dollar hat er in seine Stiftung und eine Schule gesteckt. "Es spielt keine Rolle, was man selbst geleistet hat - einem Kind eine Chance im Leben zu geben, das schlägt alles. Es ist eine Sache, auf die man wirklich stolz sein kann."

Andre Agassi hat seine Aufgabe gefunden. Seine Tennis-Karriere werde dagegen schon sehr bald verblassen. "Ich glaube wirklich fest daran, dass man sich durch meine neuen Aktivitäten in den nächsten 20 Jahren nur schwer daran erinnern wird, dass ich einmal Tennis gespielt habe. Ich hoffe in Zukunft in verschiedener Art und Weise zu wirken und Menschen positiv beeinflussen zu können."

Vor 15 Jahren keine Chance bei Steffi

Auch Privat hat Agassi an der Seite von Steffi Graf, die er vor fünf Jahren geheiratet hat und mit der er die Kinder Jaden Gil (5) und Jaz Elle (3) hat, das große Glück gefunden. "Sie ist für mein Leben ein großes Geschenk. Wir haben uns zum richtigen Zeitpunkt kennengelernt. Der Andre Agassi vor 15 Jahren hätte wohl keine großen Chancen bei ihr gehabt. Zum Glück ändert man sich im Leben."

Obwohl er den Weg in die Tennis-Rente sieben Jahre nach seiner Frau nun auch erledigt hat, träumt Agassi noch immer davon, zusammen mit der einst weltbesten Tennisspielerin ein Mixed zu spielen - und nicht nur zu wohltätigen Zwecken. Allerdings sehe er "die Chance nur noch als sehr gering an", sagte er der "Stuttgarter Zeitung". "Wir hatten einen Auftritt bei einem großen Turnier geplant und dann wurde Steffi schwanger. Jetzt sind wir beide im Ruhestand." (tso/dpa)

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