Sport : Tennisnation Schweiz

Federer und Schnyder stehen im Halbfinale der Australian Open

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Berlin/Melbourne (ben). Fünfundvierzig Tennisspieler und Spielerinnen aus den USA betraten vor etwas mehr als einer Woche mit kleinen und großen Hoffnungen die Tenniscourts in Melbourne. 27 Russen und Russinnen taten exakt dasselbe. Doch wenn ab Donnerstag die Halbfinals bei den Australian Open ausgetragen werden, besitzt nur noch eine Nation die Möglichkeit, den Einzelsieger sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen zu stellen: die Schweiz.

Die besten Chancen dazu dürfte der WimbledonSieger Roger Federer besitzen. Der 22-jährige Schweizer schlug im Viertelfinale den Argentinier Daniel Nalbandian (7:5, 6:4, 5:7, 6:3). Zuvor hatte er bereits den Publikumsliebling Lleyton Hewitt bezwungen. Wenn er am Freitag (9.30 Uhr MEZ) auf den Spanier Juan Carlos Ferrero trifft, kann er mit einem Sieg die neue Nummer eins der Weltrangliste werden. „Dafür reichen meine Mathe-Kenntnisse gerade noch“, sagte Federer. „Aber die Nummer eins ist für mich zweitrangig: Ich will dieses Turnier unbedingt gewinnen.“ Andre Agassi und der Russe Marat Safin könnten das noch verhindern, sie stehen sich im zweiten Halbfinale am Donnerstag gegenüber (9.30 Uhr MEZ).

Viel überraschender aber ist der Vorstoß von Patty Schnyder unter die letzten vier Damen. Durch ein 7:6 (7:2), 6:3 über Lisa Raymond zog die 25-Jährige erstmals in ihrer Karriere in ein Halbfinale eines Grand- Slam- Turniers ein. Die Linkshänderin hatte nur im ersten Satz Probleme mit Raymond, der mit ihrem Erfolg über Venus Williams die größte Überraschung im Turnier gelungen war. Eigentlich war Schnyders Karriere allmählich bergab gegangen. 1999 rangierte sie auf Platz acht in der Weltrangliste, doch dann machte sie Schlagzeilen abseits des Platzes. Erst hatte sie eine Liaison mit einem Wunderheiler, der glaubte, auch schwere Krankheiten mit Orangensaft therapieren zu können. Dann freundete sie sich mit dem Detektiv an, den ihr Vater engagiert hatte, um Ermittlungen gegen den Wunderheiler anzustellen. Mit ihren Eltern ist sie seither zerstritten. In der Weltrangliste sank sie auf Rang 27 ab.

Im Dezember heiratete sie nun den ehemaligen Detektiv. Ein Ereignis, das ihr auch auf dem Platz hilft. „Ich bin sehr glücklich mit meinem Ehemann“, sagt Schnyder, „wir können einfach über alles sprechen.“ Nun trifft sie auf die belgische Favoritin Kim Clijsters, das andere Halbfinale bestreiten die Belgierin Justine Henin-Hardenne und die Kolumbianerin Fabiola Zuluaga. Gut möglich, dass bei den Frauen am Ende eine weitere Nation feiert: Belgien.

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