Sport : Thomas Bach: „Habe nichts vermittelt“

Siemens-Beratervertrag wird intern geprüft

Robert Ide

Berlin - Thomas Bach ist es inzwischen gewohnt, sich wegen der bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking zu rechtfertigen – als Sportfunktionär. Nun aber muss der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auch zu seinen Geschäftsbeziehungen Stellung nehmen. Wie berichtet, besitzt der Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim einen Beratervertrag mit Siemens. Dieser wird im Zuge der Aufklärung der Korruptionsaffäre firmenintern untersucht, wie Siemens gestern bestätigte. Da der Konzern im Umfeld der Sommerspiele gewichtige Großaufträge in China akquirieren konnte – nach Firmenangaben in Höhe von 1,1 Milliarden Euro –, tat sich die Frage auf, ob Bach etwas damit zu tun hat. Gestern nun sah sich Bach genötigt, diese Frage öffentlich mit einem vehementen Nein zu beantworten.

„Meine Tätigkeit für Siemens beinhaltet nicht die Vermittlung von Aufträgen. Insbesondere war ich auch an keinerlei Projekten in China beteiligt“, teilte Bach auf Anfrage mit. Er habe sein Ehrenamt von seinen beruflichen Aktivitäten stets „strikt getrennt“. Bachs Beratervertrag, der seit 2000 läuft, ist keineswegs geheim, zumindest nicht in der Welt des Sports. Mitglieder der Ethikkommission des IOC als auch der Findungskommission für den DOSB-Präsidenten stellten gestern klar, dass Bach ihnen seine beruflichen Aktivitäten offengelegt habe. „Ich habe noch nie jemanden erlebt, der dieses Thema so offen angegangen ist“, erklärte DFB-Präsident Theo Zwanziger als Mitglied der DOSB-Findungskommission. Das IOC betonte gegenüber der Deutschen Presseagentur, die internen Ethikregeln seien „nicht verletzt“ worden, es gebe dafür auch keine Indizien.

Siemens hat in Peking eine Reihe von Aufträgen erhalten, etwa für den Bau der Gepäckbeförderungsanlage des neuen Flughafens sowie für die Leit- und Steuerungstechnik zweier U-Bahnlinien. Bei den Sportstätten ist Siemens an der Gebäudetechnologie des Schwimmstadions und die Wasseraufbereitung im Olympiapark beteiligt. Robert Ide

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