TICKETVERKAUF FÜR DAS BERLINER DERBY : Eine Nacht im Köpenicker Forst

Schlangestehen für Union
Schlangestehen für UnionFoto: Matthias Koch

Sie bekamen zwar nicht die ersten Karten, aber Ines Flatow, Ronald Riecke, Uwe Hilpert und Dylan Börner standen ganz weit vorne im Köpenicker Forst an. Die vier Anhänger des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union erschienen bereits am Sonnabend zum Vorverkauf der Tickets für das Heimspiel gegen Hertha BSC. Die Schalter an der Alten Försterei öffneten jedoch erst um 9 Uhr am Sonntag. „Wir waren schon gegen 22 Uhr hier“, sagt die 43-jährige Flatow. Dass sie um 6.30 Uhr morgens nicht mehr ganz so frisch aussieht, störte die Frau wenig. Die Aussicht auf eine Derby-Karte, die nur an Vereinsmitglieder und Dauerkarteninhaber abgegeben wurden, machte profane Dinge wie Schlaf scheinbar unwichtig. Die Fans in den ersten einhundert Metern der Schlange hatten sich gut eingerichtet. Zur Grundausstattung gehörten Stühle und Klapptische. Besonders pfiffige Anhänger brachten Grills mit und entzündeten ein größeres Lagerfeuer. Die Nächte sind halt nicht mehr ganz so warm. Kay Kunke störte das nicht. Der Fan, der zu den treuesten gehört, lag neben dem Eingangstor zum Mannschaftstrakt und schlief, während die Stadt erwachte. Parkplätze rund um die Geschäftsstelle gab es kaum noch, hinzustoßende Anhänger mussten inzwischen weite Wege gehen. „Um 9 Uhr war die Schlange rund 400 Meter lang. Sie ging bis in die Köpenicker Allee Richtung S-Bahnhof Wuhlheide“, sagte Unions Sicherheitschef Sven Schlensog. „Die Fans wurden durch zwölf Sicherheitsschleusen ins Stadion gelassen und an den Kassen an der Tribüne auf der Waldseite wieder heraus.“ Bis 18 Uhr waren die Kassen geöffnet. Das Team bekam davon nichts mit. Trainer Uwe Neuhaus hatte einen trainingsfreien Sonntag verordnet. Dabei wäre den Spielern der Zuspruch der Fans trotz der 1:2-Niederlage gegen Greuther Fürth sicher gewesen. Matthias Koch

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