Sport : Tiger Woods hält in Chicago den Spanier Garcia in Schach

Im letzten Major-Turnier des Jahrtausends hat Golf-Superstar Tiger Woods das "Duell der Zukunft" gegen seinen spanischen Herausforderer Sergio Garcia für sich entschieden. Der 23 Jahre alte US-Amerikaner feierte bei der 81. US-PGA-Championship im Medinah Country Club in Chicago mit 277 Schlägen (70+67+68+72) seinen zweiten großen Triumph nach dem Erfolg 1997 beim US Masters in Augusta.

Am Ende einer packenden Schlussrunde musste sich der 19-jährige Garcia, der bereits als "Europas Antwort auf Tiger Woods" bezeichnet wird, dann doch mit 278 Schlägen (66+73+68+71) knapp geschlagen geben. Woods übernahm auch wieder die Führung in der Weltrangliste von seinem Landsmann David Duval, der mit 285 Schlägen den geteilten zehnten Platz belegte.

Keine Rolle spielten die drei deutschen Teilnehmer. Bester war mit 296 Schlägen der Anhausener Bernhard Langer auf Rang 61. "Ich habe mein Spiel einfach nicht zusammen bekommen. Dann ist auch nicht mehr drin", sagte der 41jährige. Einen Schlag schlechter war auf dem 65. Platz Alexander Cejka.

Der Münchner war anschließend ratlos: "Ich habe mich eigentlich toll gefühlt und hatte eine tolle Schwungidee. Aber ich stelle mich hin, und der Ball fliegt zehn Meter nach rechts." Der Hamburger Sven Strüver war knapp am Cut gescheitert, bei starkem Regen hatte er auf der zweiten Runde wichtige Schläge eingebüßt.

Das deutsche Trio hat nun in der Qualifikation für das Ryder-Cup-Duell gegen die USA Ende September in Brookline nahe Boston kaum noch Chancen auf eines der zehn festen Startplätze im zwölfköpfigen Team von Titelverteidiger Europa. Nach Chicago belegen Langer, Cejka und Strüver die Plätze 15, 16 und 17, schon weit entfernt vom zehntplatzierten Schweden Robert Karlsson.

Letzte Möglichkeit, sich doch noch automatisch zu qualifizieren, ist das Turnier in München ab Donnerstag. Doch hier müsste Langer mindestens Dritter werden, um seine zehnte Ryder-Cup-Teilnahme in Folge sicher zu stellen, Cejka und Strüver benötigen sogar mindestens Rang zwei. Sollte dies nicht gelingen, gäbe es nur noch die Möglichkeit, mit einer der beiden Wildcards in die Mannschaft zu kommen. Hier gilt neben dem Schweden Jesper Parnevik aber nur Langer als aussichtsreicher Kandidat.

Das Duell der beiden jüngsten Teilnehmer in Chicago gab den Golf-Fans unterdessen schon einmal einen ersten Vorgeschmack auf weitere Leckerbissen im neuen Millenium. "Wir spielen beide ein ähnliches Spiel", sagte Tiger Woods nach dem Krimi, der ab dem 13. Loch an Spannung kaum zu überbieten war. Da hatte Woods mit einem Doppel-Bogey weitere zwei Schläge auf Sergio Garcia eingebüßt und ging mit nur noch einem Schlag Vorsprung auf die Schluss-Löcher. "Ich wusste, dass es eng wird, ich habe es an den Reaktionen der Zuschauer gespürt. Sergio hat ausgezeichnet gespielt, ich konnte nur versuchen, ihn auf Distanz zu halten und alles zu geben", sagte Woods, der 630 000 Dollar kassierte.

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