Torjäger mit zwei Gesichtern : Schalke hofft gegen Piräus auf Huntelaar

In der Bundesliga läuft es für Torjäger Klaas-Jan Huntelaar derzeit überhaupt nicht. Wenigstens trifft der Holländer zuverlässig in Champions League. Heute könnte er Schalke 04 gegen Piräus ins Achtelfinale schießen.

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Zeit zum Grübeln. Klaas-Jan Huntelaar sucht seine Form.
Zeit zum Grübeln. Klaas-Jan Huntelaar sucht seine Form.Foto: dpa

Zuletzt war Klaas-Jan Huntelaar gar nicht mehr so gesprächig wie sonst. Zum Spiel und zur erschreckenden Chancenlosigkeit seiner Mannschaft in Leverkusen (0:2) fand der Angreifer des FC Schalke 04 zwar noch kritische Worte. Doch sein eigenes Wirken wollte der 29-Jährige keineswegs in den Mittelpunkt des Gesprächs stellen. Der normalerweise vor Selbstbewusstsein strotzende Profi blockte ab. „Darüber möchte ich nichts sagen“, sagte Huntelaar.

Der niederländische Nationalstürmer leidet momentan unter akutem Mangel an Treffsicherheit – zumindest in der Bundesliga. Dort ist er nicht nur seit sechs Spielen ohne Treffer, sondern wirkte zuletzt fast wie ein Fremdkörper im Team. Gerade einmal 22 Ballkontakte hatte er in Leverkusen vorzuweisen, lediglich 23 Prozent seiner Zweikämpfe konnte er gewinnen. „Das ist eine normale Entwicklung. Klaas-Jan hatte auch in der vergangenen Saison Phasen, in denen er nicht getroffen hat“, sagt sein Trainer Huub Stevens.

Tatsächlich ist es nicht so, dass Huntelaar dieses Gefühl nicht kennen würde. Über tausend Minuten war er in der Saison 2009/10 ohne Treffer geblieben, in der folgenden Spielzeit erzielte er 29 Tore. Also die ganz normale Wellenbewegung im Leben eines Angreifers? „Wichtig ist für uns, dass er eine gute Gesamtleistung abliefert“, sagt Manager Horst Heldt. Doch Huntelaar zeigt derzeit sowohl Defizite in der A- als auch in der B-Note. Die Nebenschauplätze dürften hohes Ablenkungspotential beinhalten.

Zum einen steht Huntelaar seit einigen Wochen in intensiven Vertragsverhandlungen mit den Schalkern, sein Vertrag läuft im Sommer 2013 aus. Und in der Nationalmannschaft kam er unter Trainer Louis van Gaal gegen Deutschland nicht zum Zug, obwohl Stammangreifer Robin van Persie abgesagt hatte. Im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen war Huntelaar in der zweiten Hälfte sogar von Stevens ausgewechselt worden. Ein Novum. Nur in der Champions League ist Huntelaar bisher der Torjäger, den sich die Schalker wünschen. In vier Begegnungen traf er viermal. „Ich habe vollstes Vertrauen zu ihm, denn er hat die Mannschaft noch nie im Stich gelassen“, sagt Stevens.

Deshalb hoffen die Schalker, dass ihr Stürmer am Mittwochabend im Gruppenspiel der Champions League gegen Olympiakos Piräus (ab 20.45 Uhr live im Ticker bei Tagesspiegel.de) seinen bisherigen Gewohnheiten treu bleibt. Mit einem Sieg wären die Schalker vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert. „Das ist das wichtigste Spiel für uns. Sollten wir uns vorzeitig qualifizieren, wäre das finanziell von Vorteil“, sagt Heldt. Der Manager betont zudem, der desaströse Auftritt in Leverkusen sei aufgearbeitet worden. Gegen die Griechen soll es nun einen Neustart geben. Ob Huntelaar wieder trifft? „Ich bin nicht unser Gott. Ich bin nur ein Trainer, der Laufschuhe anhat. Das kann ich nicht vorhersagen“, sagte Stevens.

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