Torwart Aerts : Heilung für Hertha

Anriss des vorderen Kreuzbands: Hertha-Torwart Aerts gibt sein Comeback im Training, nach nur zwei Wochen Pause.

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Irgendwann kam sogar Michael Preetz aus seinem Büro runter auf den Übungsplatz. Als wenn Herthas Manager mit eigenen Augen sehen wollte, was los war. Maikel Aerts absolvierte gestern sein erstes komplettes Training. Dazu muss man wissen, dass sich Herthas Stammtorwart vor gerade mal zwei Wochen eine ziemlich schwere Verletzung zugezogen hatte. Bei einem Rettungsversuch im Training war der 34-jährige Niederländer unglücklich ausgerutscht und hatte sich dabei sein rechtes Knie überstreckt. Die Diagnose nach einer Magnet- Resonanz-Tomographie fiel schlimmer aus als die erste Annahme: Anriss des vorderen Kreuzbands. Damals ging man von einer Ausfallzeit von drei bis vier Wochen aus. Die scheint sich nun rapide zu verkürzen.

„Das war heute schon okay“, sagte Maikel Aerts nach der ersten Einheit. Wenn es über Nacht keine negative Reaktion des Knies geben sollte, wolle man die Umfänge steigern. Selbst ein Mitwirken im Heimspiel am Samstag gegen den FC Ingolstadt ist nicht mehr ausgeschlossen. „Fakt ist, dass er unsere Nummer eins ist“, sagte Trainer Markus Babbel: „Wenn Maikel fit ist und mir das auch signalisiert, dann kann es sein, dass er im Tor steht.“

Wie fit kann ein Spieler mit einer solchen Verletzung nach so kurzer Zeit sein? Zumal der Niederländer nicht gerade der kleinste und leichteste Spieler ist. Aerts misst knapp zwei Meter und bringt gut 90 Kilogramm auf die Waage. Da das Kreuzband nicht komplett durchgerissen und keine Knie-Instabilität vorhanden war, ist Aerts nicht operiert, sondern konservativ behandelt worden. „Die Entwicklung der Genesung war gut“, sagte der Niederländer. Dass eine solche Verletzung konservativ behandelt wird, ist nicht neu, aber eben auch nicht ohne Risiko. „Das ganze Leben ist riskant“, antwortet Aerts lapidar. Tatsächlich kann ein solcher Behandlungsversuch scheitern. Für diesen Fall müsste Aerts anschließend operiert werden und fiele dann mehrere Monate aus.

„Wir brauchen nichts übers Knie zu brechen“, sagte Markus Babbel gestern mit Blick auf das kommende Zweitligapunktspiel am Samstag im Olympiastadion. Herthas Trainer weiß, dass Ersatztorhüter Marco Sejna, 38, seine Sache bisher ordentlich gemacht hat. Trotzdem freut der Ehrgeiz Babbel: „Es zeigt, dass Maikel alles dafür tut, dass es einen Tick schneller geht.“ Ob schneller auch immer gesünder ist, sei dahingestellt. Miro

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