• Tote, Verletzte, fliegende Reifen Der Grand Prix in Imola – eine Chronik des Schreckens

Sport : Tote, Verletzte, fliegende Reifen Der Grand Prix in Imola – eine Chronik des Schreckens

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Der Große Preis 1994 von San Marino gilt als einer der schwärzesten Tage in der Formel1-Geschichte. An jenem Wochenende starb in Imola bei Bologna nicht bloß der dreimalige Weltmeister Ayrton Senna, auch der Österreicher Roland Ratzenberger kam bei einem Unfall ums Leben.

Ratzenberger verlor am Samstag im Abschlusstraining in der zweiten Runde die Kontrolle über seinen Simtek-Ford. Hinter der Tamburello-Kurve riss an seinem Fahrzeug der obere Teil des linken Frontflügels ab. Das Auto ließ sich nicht mehr steuern, Ratzenberger prallte mit 300 km/h gegen eine Betonmauer und erlitt schwerste Verletzungen. Er starb kurze Zeit später.

Einen Tag später, beim Rennen, fuhr Pedro Lamy im Lotus beim Start auf den stehen gebliebenen Benetton von JJ Lehto. Die rechten Räder von Lamys Wagen wurden abgerissen. Ein Reifen flog in die Zuschauerränge. Neun Menschen wurden verletzt.

Neustart. In der siebten Runde raste der führende Senna mit 320 km/h in der Tamburello-Kurve geradeaus. Der Williams prallte ungebremst gegen eine Betonmauer. Ein Metallteil durchbohrte Sennas Helm und fügte ihm schwerste Kopfverletzungen zu. Der Brasilianer erlag am Abend seinen Verletzungen.

Sennas Teamchef Frank Williams, der Technische Direktor Patrick Herad sowie Designer Adrian Newey wurden wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Staatsanwalt erklärte aufgrund von Gutachten, Veränderungen an der Lenksäule hätten zum Bruch der Säule geführt. Dadurch sei der Wagen nicht mehr zu steuern gewesen. Die Verteidiger erklärten, die Lenksäule sei erst beim Aufprall gebrochen. Williams und seine Kollegen wurden in zwei Instanzen freigesprochen. Das Urteil hat der Oberste Gerichtshof von Italien wegen eines Formfehlers annulliert. Williams, Head und Newey müssen deshalb erneut vor Gericht. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest. fmb

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