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Tour de France - 11. Etappe : Tony Martin gewinnt Einzelzeitfahren vor Froome

Vierter deutscher Etappensieg bei der 100. Tour de France: Spezialist Tony Martin hat das Einzelzeitfahren zum Kloster Mont Saint-Michel gewonnen und dabei sogar Spitzenreiter Christopher Froome schlagen können.

Sieg vor Traumkulisse. Tony Martin während des Zeitfahrens der elften Tour-Etappe.
Sieg vor Traumkulisse. Tony Martin während des Zeitfahrens der elften Tour-Etappe.Foto: AFP

Weltmeister Tony Martin hat das erste Einzelzeitfahren der 100. Tour de France gewonnen. Der Kapitän der belgischen Mannschaft Omega Pharma-Quick Step war damit zwölf Sekunden schneller als der Zweitplatzierte, der Gesamtführende Christopher Froome, der dem Deutschen noch bedrohlich nah kam. Bei den ersten beiden Zwischenzeiten hatte Froome sogar in Führung gelegen, doch am Ende setzte sich doch der zweimalige Weltmeister durch. „Ich hatte schreckliche letzte Minuten. Ich habe nicht erwartet, dass er so nah rankommt“, sagte Martin, der mit kritischem Blick auf den Bildschirm schaute, als Froome unterwegs war.

„Dieser Sieg hat mir und dem Team sehr gut getan“, sagte der 28-Jährige nach seiner Fahrt. „Ich bin von Anfang an richtig mit Power gefahren. Die Etappe passte gut zu mir.“ Martin fuhr auf dem Parcours mit drei kleineren Steigungen ein Mittel von 54,271 Stundenkilometern und setzte die „deutschen Tage“ der zweiten Tour-Woche nach den Etappensiegen von Marcel Kittel (2) und André Greipel (1) fort. Vier deutsche Etappensiege bei der Tour hatte es zuletzt 2001 (Erik Zabel/3, Jens Voigt/1) gegeben.

Martin hatte seine „einzige hundertprozentige Chance auf ein Tour-Highlight“ beim Schopf gepackt. Seine quasi am ganzen Körper sichtbaren Sturzverletzungen, die er sich beim Tour-Autakt in Bastia zugezogen hatte, behinderten ihn auf der elften Etappe nur noch wenig. „Das ist abgehakt - heute hat für mich die Tour zum zweiten Mal begonnen“, erklärte Martin, der sich nach dem Passieren der Ziellinie total erschöpft erst einmal auf den Asphalt legen musste.

Der Topfavorit, der in dieser Saison noch kein Zeitfahren verlor, musste schon um 12.36 Uhr auf die Strecke. Froome, den Martin von vornherein zum Hauptkonkurrenten im Kampf um den Tagessieg bezeichnet hatte, war als letzter Fahrer um 16.54 Uhr gestartet und hatte die Zeit von Martin als Referenz immer vor Augen. Aber auch der Brite, der zwischenzeitlich sogar in Führung lag, fand am Ende bei starkem Wind kein Mittel mehr.

Für Froome war aber wichtiger, seinen Vorsprung im Gesamtklassement auszubauen. Das gelang ihm. Er nahm dem zweitplatzierten Alejandro Valverde exakt zwei Minuten ab. Der zweifache Toursieger Alberto Contador verlor gar 2:03 Minuten auf Froome. Der Sky-Kapitän geht jetzt mit 3:25 Minuten Vorsprung zu Valverde auf die zwölfte Etappe über 218 km von Fougères nach Tours. Dann dürfen wieder die Sprinter hoffen.

Mark Cavendish dürfte dabei mit besonders viel Wut im Bauch an den Start gehen. Der britische Ex-Weltmeister wurde am Mittwoch beim Zeitfahren Opfer eines unappetitlichen Zwischenfalls. Ein Zuschauer hatte ihn mit Urin bespritzt. (dpa)

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