Tour de France : Freire gewinnt 9. Etappe

Der Spanier Oscar Freire hat die 9. Etappe der diesjährigen Tour de France gewonnen. Der Radsport-Profi vom Team Rabobank setzte sich auf dem 169,5 Kilometer langen Teilstück von Bordeaux nach Dax im Massensprint durch.

Dax - Die Plätze zwei und drei gingen an Robbie McEwen (Davitamon - Lotto) und Erik Zabel vom Team Milram. Erst das Zielfoto gab endgültigen Aufschluss über die Reihenfolge, obwohl McEwen bereits Freire zum Sieg gratuliert hatte.

In der Gesamtwertung gab es durch die 9. Etappe keine großen Veränderungen auf den ersten Plätzen. Der Ukrainer Sergej Gontschar vom Team T-Mobile trägt weiterhin das Gelbe Trikot. Es folgen Floyd Landis (Phonak/+ 1:00 Minuten) vor Gontschars Teamkollegen Michael Rogers (+ 1:08) und Patrik Sinkewitz (+ 1:45). Dahinter konnte mit Andreas Klöden (+ 1:50) ein weiterer Fahrer von T-Mobile einen Platz gut machen. Der 31-Jährige belegt nun den fünften Rang.

In der Sprintwertung konnte sich Zabel durch seinen dritten Platz mit 141 Punkten auf den fünften Rang verbessern. Es führt weiterhin McEwen (211 Punkte) vor Boonen (188) und Freire (181). Bei den Kletteren blieb Mangels Bergwertungen alles beim Alten. Es führt Jerome Pineau (Bouygues Telecom/28 Punkte) vor David de la Fuente (Saunier Duval - Prodir/17) und Fabian Wegmann (15) von der Gerolsteiner-Mannschaft.

Nach dem Ruhetag am Montag war die Flachetappe mit drei Sprintwertungen für viele Fahrer die letzte Chance, vor Beginn der Bergetappen letztmals mit einer erfolgreichen Attacke einen Etappensieg einzufahren. Dies versuchte auch Christian Knees vom Team Milram, der bereits kurz nach dem Start eine Attacke startete. Das Feld ließ den 25-Jährigen gewähren, nur die Franzosen Stephane Auge (Cofidis) und Walter Beneteau (Bouygues Telecom) hefteten sich dem Deutschen an die Fersen. Das Trio erarbeitete sich zwischenzeitlich einen Vorsprung von knapp acht Minuten, wurde aber schließlich vier Kilometer vor dem Ziel vom Peloton geschluckt, wo nun die Sprinter und ihre Helfer den Ton angaben.

Sprinter bestimmen vor dem Ziel das Geschehen

Die erste Attacke startete Stuart O'Grady vom dänischen Team CSC bereits gut einen Kilometer vor dem Ziel. Zabel hielt sich zu diesem Zeitpunkt noch im Windschatten auf und konzentrierte sich auf Tom Boonen (Quick Step - Innergetic). Kurz vor dem Zielstrich musste der 36-Jährige schließlich noch Freire und McEwen vorbei lassen. Dennoch war Zabel mit dem Ergebnis zufrieden. "Es war ein Sprint wie in alten Tagen", sagte der gebürtige Berliner. Nachdem er Boonen überholt hatte, habe er sich noch gedacht, dass es zu schön um war zu sein wäre. Kurz vor dem Ziel sei ihm aber klar gewesen, dass es nichts werde.

Für seinen Teamkollegen Knees bezeichnete es Zabel als schade, dass der Ausreißversuch missglückte. "Der hat eine wahnsinnige Moral", lobte der Routinier den 25-Jährigen und verwies darauf, dass Knees bereits den Giro d'Italia durchgefahren sei. Dass das Peloton die drei Ausreißer kurz vor dem Ziel "auf den Punkt eingeholt" habe, wirkte wie geplant, doch dafür habe das Hauptfeld "ganz schön arbeiten" müssen, machte Zabel deutlich.

Unfall ohne Auswirkungen

Glück im Unglück hatte der Gerolsteiner Wegmann, der wenige Kilometer vor dem Ziel am Ende des Feldes in einen Sturz verwickelt wurde, aber wie die anderen Unfallteilnehmer weiterfahren konnte. Ihm sei nichts passiert, da er über den Lenker abgestiegen und auf den Füßen gelandet sei. Allerdings musste er noch auf ein neues Rad warten, da der Lenker gebrochen sei, sagte der 26-Jährige.

Einen Blick voraus wagte bereits Markus Fothen von Gerolsteiner, der das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers verteidigte: "Es war nach dem Ruhetag das Einrollen auf morgen." Am Mittwoch führt die "Große Schleife" das Teilnehmerfeld in die Pyrenäen. Auf der 10. Etappe über 190,5 Kilometer von Cambo-les-Bains nach Pau sind drei Bergwertungen darunter der Col de Soudet (1540 Meter), ein Berg der höchsten Kategorie, zu bewältigen. (tso/ddp)

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