Sport : Trainer Lee Hee Wan steht mit dem deutschen Frauen-Team im Halbfinale

Der Jubel bei Deutschlands Volleyball-Frauen war grenzenlos. Mit einem überraschenden 3:0 (25:19, 25:23, 25:13) über Kroatien zogen sie am Mittwochabend im italienischen Perugia in das Europameisterschafts-Halbfinale ein. Freudige Szenen spielten sich nach dem Matchball ab: Die Spielerinnen fielen sich in die Arme, Freudentränen flossen, es wurde gesungen, getanzt, geschunkelt. Selbst Lee Hee Wan, der koreanische Trainer auf der deutschen Bank, der das Geschehen sonst mit asiatischer Gelassenheit analysiert, ließ sich von der Euphorie anstecken: "Ich glaube, ich träume", sagte der 43-Jährige, "was die Mannschaft hier erreicht hat, ist einfach großartig." Halbfinal-Gegner am Freitag ist Titelverteidiger Russland. "Wir können locker aufspielen", sagt Kerstin Tzscherlich, "wir haben doch sowieso schon viel mehr erreicht, als wir geglaubt haben."

Tatsächlich haben Deutschlands Volleyballerinnen mit dem Einzug unter die besten vier Nationen Europas etwas geschafft, was ihnen nur wenige zutrauten. Nach der Absage einer ganzen Reihe etablierter Kräfte musste Lee Hee Wan im neuen Amt auf junge Kräfte setzen. "Ihr dürft Fehler machen", sagte er zu seinen Spielerinnen, "aber ihr dürft keine Angst haben." Und so spielte die internationale No-Name-Team während in Perugia schwungvoll wie schon lange keine deutsche Auswahl mehr. Im Gegensatz zur EM 1997 in Tschechien und der WM 1998 in Japan, als eine Ansammlung von Einzelkämpferinnen unterging, vermittelt die neue Nationalmannschaft Begeisterung. Spielerinnen wie Angelina Grün (19), Judith Flemig (20) und Judith Sylvester (21) haben sich in der internationalen Spitze etabliert und nachgewiesen, dass sie mit Europas Besten mithalten können.

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