Trainerdiskussion : Die U 21 fährt zur EM – Eilts auch?

Trotz erfolgreicher EM-Qualifikation steht der Trainer unter Druck. Dieter Eilts bekräftigt zwar, dass er seinen Vertrag gern erfüllen würde, muss aber auch zugeben, dass das nicht in seiner Hand liegt.

MetzMetz - Dieter Eilts ist der Prototyp des nüchternen Norddeutschen. Und so blieb der Trainer der deutschen U-21-Nationalmannschaft auch nach dem hauchdünnen Sieg seines Teams seinem Naturell treu und zeigte keine Emotionen. „Über Gefühle spreche ich selten, ich genieße den Augenblick“, sagte Eilts, nachdem sich seine Spieler durch das späte 1:0 von Benedikt Höwedes im Playoff-Rückspiel gegen Frankreich für die U-21-Europameisterschaft 2009 qualifizierten hatten.

Nach schwachen Auftritten seiner Mannschaft war der 43-jährige Eilts zuvor in die Kritik geraten. Insbesondere DFB-Sportdirektor Matthias Sammer bemängelte die fehlende Siegermentalität des Teams und hatte Eilts dafür U-20-Trainer Horst Hrubesch als Assistenten zur Seite gestellt. Und so kann sich Eilts auch nicht sicher sein, ob er seine Mannschaft bei der Endrunde in Schweden überhaupt noch betreuen darf. Eilts bekräftigte zwar nach der erfolgreichen EM-Qualifikation, dass er seinen Vertrag bis 30. Juni 2009 gern erfüllen würde, musste aber auch zugeben, dass das nicht in seiner Hand liegt: „Das entscheiden die DFB-Verantwortlichen, bis Juni ist noch viel Zeit, in der einiges passieren kann.“ Erst vor einem Jahr hatte Sammer den damaligen U-17-Trainer Paul Schomann trotz der WM-Qualifikation seines Teams von der Mannschaft abgezogen und den Jahrgang an Heiko Herrlich übergeben. Zu Eilts’ Zukunft wollte sich Sammer in Metz nicht äußern. „Das sind Spekulationen, zu denen ich nichts sage.“ Torwart Manuel Neuer von Schalke 04, der die Deutschen mit spektakulären Paraden im Spiel hielt, zeigte sich immerhin angetan von Sammers Maßnahme, Hrubesch mehr Verantwortung zu übertragen. „Hrubesch hat Leben in die Mannschaft gebracht, er ist eine Bereicherung“, sagte Neuer. Spielerisch konnte die deutsche U 21 wie im Hinspiel (1:1) erneut nicht überzeugen. „Eigentlich haben wir nicht mehr damit gerechnet, noch ein so spätes Tor zu erzielen“, sagte Neuer.

Neben Deutschland und Gastgeber Schweden haben sich Finnland, Weißrussland, England, Spanien, Serbien und Italien für die Endrunde qualifiziert. „Wir sind dabei“, sagte Sammer. „Jetzt ist es unser Ziel, den Titel zu holen“. dpa

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