Trainervorstellung : Peter Bosz und das Ergebnis einer Schlammschlacht

Dass Borussia Dortmund in Peter Bosz eher Alternative statt absoluten Wunschtrainer vorstellt, hängt auch mit dem Bild zusammen, das der Verein in den letzten Wochen abgegeben hat.

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Peter Bosz übernimmt bei Borussia Dortmund für Thomas Tuchel. Foto: REUTERS
Peter Bosz übernimmt bei Borussia Dortmund für Thomas Tuchel.Foto: REUTERS

Peter Bosz soll, so die Wunschvorstellung der Verantwortlichen, das Gesicht der Zukunft von Borussia Dortmund werden. Dem niederländischen Trainer wäre das zu wünschen. Zuerst einmal ist Peter Bosz aber das Gesicht der Gegenwart und auch die menschgewordene Verkörperung der jüngsten Turbulenzen im Verein. Nichts gegen den Fußballlehrer, der bei Ajax Amsterdam gezeigt hat, was er aus einer jungen, talentierten Mannschaft herausholen kann. Aber Bosz wäre wohl kaum in dieses Anstellungsverhältnis beim aktuellen Pokalsieger gekommen, wenn Klubchef Hans-Joachim Watzke nicht in aller Öffentlichkeit Vorgänger Thomas Tuchel derart demontiert hätte. Wohl auch als Konsequenz dieser stillosen Schlammschlacht sagten die Dortmunder Wunschkandidaten Julian Nagelsmann und Lucien Favre ab. Offiziell erhielt letzterer keine Freigabe von seinem aktuellen Arbeitgeber Nizza, aber wenn der ehemalige Trainer von Hertha BSC wirklich zur Borussia gewollt hätte, hätten sich Mittel und Wege gefunden. Wie ein Biotop hat Dortmund in den vergangenen Wochen nicht auf mögliche Trainerkandidaten gewirkt.

Bosz hat noch keinen großen Klub trainiert

So also tritt in Bosz einer den Trainerposten bei Deutschlands zweiterfolgreichsten Klub der Gegenwart an, der in den vergangenen Jahren bei Heracles Almelo, Vitesse Arnheim und Maccabi Tel Aviv an der Seitenlinie stand. Bosz ist kein hoffnungsvolles Trainertalent wie es Tuchel war, mit 53 Jahren gehört er zumindest vom Geburtsdatum her der älteren Gilde an. Er kann es sich anders als Nagelsmann nicht erlauben, diesen Job auszuschlagen, wenn er einen Klub mit internationalen Ambitionen trainieren will. Dazu zählt Borussia Dortmund, Champions-League-Finalist von 2013, noch immer. Sportlich zumindest. Was die Außendarstellung angeht, war das zuletzt eher Abstiegsniveau.

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