Transfer : Borowski kehrt von den Bayern nach Bremen zurück

Uli Hoeneß und Klaus Allofs haben sich geeinigt: Tim Borowski wechselt von Bayern München zu Werder Bremen. Erst im vergangenen Jahr war er den entgegengesetzten Weg gegangen.

Frank Hellmann,Sebastian Krass[Donaueschingen]
Trainingslager FC Bayern München in Donaueschingen
Abkehr. Trainer van Gaal dreht Borowski den Rücken zu.Foto: dpa

In seinem letzten Training beim FC Bayern musste Tim Borowski noch einmal leiden – mehr als alle anderen. Während die einen locker ausliefen und sich dehnten und die anderen ihren Spaß beim Trainingsspielchen hatten, musste Borowski eine richtig anstrengende Übung machen: Kopfball, Ballannahme links, dann rechts, umdrehen, Sprint, Torschuss. Und dann ohne Pause zurück, dasselbe noch einmal und immer wieder. Nach ein paar Minuten schleppte sich Borowski nur noch über den Platz. Es sah aus wie ein Straftraining, als wolle man ihn nun, da er immer noch da war, endlich wegekeln.

Dabei war am Mittwochvormittag schon alles klar. Tags zuvor hatten Bayern-Manager Uli Hoeneß und sein Bremer Kollege Klaus Allofs noch einmal verhandelt und sich schließlich geeinigt: Bayern gibt den Mittelfeldspieler frei, die Ablösesumme wurde nicht genannt. In den nächsten Tagen soll er einen Dreijahresvertrag in Bremen unterschreiben.

Nach einem – abgesehen von den Finanzen der Familie Borowski – rundum verkorksten Jahr kehrt der 29-Jährige geschlagen in den Norden zurück. Unter Jürgen Klinsmann brachte es Borowski auf 26 Liga-Einsätze, davon aber nur drei über 90 Minuten; er schoss dabei fünf Tore – und geriet doch mehr und mehr ins Abseits. Dann kam der neue Trainer, Louis van Gaal, und sagte, er wolle sich alle Spieler erst einmal in Ruhe anschauen. Doch schon nach wenigen Tagen sickerte durch, dass er ohne Borowski plane. „Ich hatte ein kurioses Jahr bei den Bayern, möchte diese tolle Erfahrung aber nicht missen. Jetzt freue ich mich auf Werder und will dort gleich voll durchstarten“, sagte der 33-malige Nationalspieler.

Borowski war als 16-Jähriger in das Jugendinternat von Werder gekommen und hatte von 2001 bis 2008 im Profiteam gespielt. „Wir bekommen mit Tim einen erfahrenen Spieler, der hervorragend in unsere junge Mannschaft passt. Wir wissen, was wir an ihm haben, er hat das bei Werder über lange Jahre gezeigt“, sagte Klaus Allofs. Borowski soll mithelfen, den Abgang von Diego zu kompensieren.

Als er vor einem Jahr ablösefrei nach München ging, weinten ihm nicht alle hinterher: Oft war er mit seinem als schnöselig kritisierten Auftreten angeeckt, zudem stagnierten seine Leistungen seit der WM 2006. Kritisiert wurde auch, dass Borowski auf höchstem Niveau wie in der Champions League meist abtauchte. Dass er sich in München durchsetzt, hatten die wenigsten geglaubt.

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