Sport : Traum auf Traum

Ski alpin: Rebensburg gewinnt schon wieder.

Ofterschwang - Während der letzten Takten der deutschen Hymne bei der Siegerehrung musste Viktoria Rebensburg kurz schlucken. Zweiter Heimsieg in zwei Tagen, dazu die Führung im Riesenslalom-Weltcup ausgebaut – die gerührte Olympiasiegerin ließ sich in Ofterschwang im Allgäu von den Fans feiern. „Das ist echt unglaublich, echt der Hammer. Vielen Dank“, rief sie den 8000 Zuschauern über das Mikrofon zu. Mit einem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer hatten sie die Riesentorlauf-Spezialistin auch am Samstag wie tags zuvor als Gewinnerin im Ziel begrüßt. „Der Tag gestern war schon wie ein Traum, heute war es eine Draufgabe“, frohlockte die 22-Jährige nach dem Frühlingsrennen bei Temperaturen von weit über zehn Grad.

Nur Rebensburg hatte die Bestzeit der Amerikanerin Lindsey Vonn unterbieten können. Volles Risiko war die designierte Gewinnerin der diesjährigen Großen Kristallkugel im zweiten Durchgang gegangen und hatte im Gegensatz zu anderen Starterinnen – wie zum Beispiel Maria Höfl-Riesch – die knifflige Stelle im Mittelteil gemeistert. Vier Läuferinnen bissen sich an Vonns Bestzeit die Zähne aus. Bis Rebensburg kam.

Groß war der Vorsprung beim Heim-Weltcup nach dem ersten Durchgang mit 1,68 Sekunden auf Vonn gewesen, klug fuhr Rebensburg den Sieg nach Hause und war am Ende 0,26 Sekunden schneller als die Amerikanerin. „Sie ist wirklich super gefahren beide Tage, zwei Siege zu Hause zu haben ist wirklich sehr schön für sie“, sagte die geschlagene Vonn. Sie lobte das besondere Gefühl Rebensburgs auf dem Schnee und sieht die sechsmalige Weltcup-Siegerin vor einer großen Zukunft. „Sie ist definitiv die Favoritin für den Gesamtweltcup in ein paar Jahren.“ Erst einmal ist aber die Kleine Kristallkugel im Riesenslalom für Rebensburg das Ziel. Und das dürfte sie sich bei 135 Punkten Vorsprung auf Platz zwei (Vonn) nicht mehr nehmen lassen. „Dann müsste Viktoria entweder gar nicht an den Start gehen oder ausfallen“, räumte auch Alpin-Direktor Wolfgang Maier ein. So groß seine Freude für Rebensburg war, so groß war die Enttäuschung über den Rest des Teams. dpa

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