Triple-Sieger plant den neuen Kader : Die BR Volleys und die vielen freien Plätze

Nur eine Woche nach dem Gewinn der Meisterschaft steht fest: die Mannschaft der BR Volleys wird sich in der neuen Saison sehr verändern.

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Volleys-Manager Kaweh Niroomand arbeitet kurz nach dem Meisterschaftsgewinn schon am neuen Kader.
Volleys-Manager Kaweh Niroomand arbeitet kurz nach dem Meisterschaftsgewinn schon am neuen Kader.Foto: Imago

Am Montagnachmittag hatten die BR Volleys einen sehr angenehmen Termin. Auf Einladung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) waren Spieler, Trainer und Betreuer angesichts ihrer Erfolge im Roten Rathaus bei einem kleinen Empfang. Die Mannschaft brachte alle drei Trophäen mit, die sie in dieser Saison gewonnen hat – Meisterschale, DVV-Pokal und CEV-Pokal – und durfte sich in das Gästebuch Berlins eintragen. Außerdem gab es natürlich Gruppenfotos mit Müller und dem Innensenator Frank Henkel (CDU).

Allzu viele Spieler, die das erste Triple in der Vereinsgeschichte des SC Charlottenburg für die Volleys geholt haben, waren bei dem Empfang jedoch nicht mehr dabei. Von den zwölf Profis ist die Hälfte schon rund eine Woche nach Saisonende nicht mehr in Berlin – und das hat unterschiedliche Gründe. Der Ungar Arpad Baroti wurde bereits offiziell verabschiedet, er wechselt nach Südkorea. Paul Lotman und Erik Shoji bereiten sich mit dem US-Nationalteam auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro vor, der Australier Paul Carroll und der Franzose Nicolas Le Goff wollen mit ihren Nationalmannschaften dort noch hin – und nehmen deshalb Ende Mai an einem Olympia-Qualifikationsturnier teil. Auch Tsimafei Zhukouski weilt bei seinem kroatischen Nationalteam. Und nach aktuellem Stand ist Zhukouski der einzige dieser fünf Volleys-Spieler, der definitiv in der nächsten Saison in Berlin auflaufen wird.

Le Goffs Wechsel zu Istanbul BBSK steht bereits fest, bei Paul Lotman und Erik Shoji deuten viele Zeichen ebenfalls auf einen Abschied hin. Und ob Carroll bei den Volleys bleibt, wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden. So bestimmen kurz nach der Triple-Feier in der Max-Schmeling-Halle schon die Personalplanungen die Arbeit von Kaweh Niroomand. „Wir haben kaum Zeit, uns über die drei Titel richtig zu freuen“, sagt der Manager der Volleys. Denn auch Co-Trainer Koichiro Shimbo verlässt Berlin, er wird bei einem japanischen Klub als Chefcoach arbeiten.

Niroomand muss nun also viele Plätze im Kader und im Trainerstab neu besetzen. Die wichtigste ist für ihn dabei Carroll, der wohl auch ein lukratives Angebot aus Polen erhalten hat. „Mir liegt viel daran, ihn zu halten“, sagt Niroomand. Aus seiner Sicht sei der Diagonalangreifer kaum zu ersetzen.

Auf den anderen Positionen macht er sich da weniger Sorgen, so sehr er Le Goffs Wechsel bedauert – und so sehr ihn die möglichen Abgänge von Shoji und Lotman schmerzen würden. „Wir haben schon etwas vorgesorgt“, sagt Niroomand. Aus Friedrichshafen ist etwa zu hören, dass Libero Luke Perry wohl ein Neuzugang bei den Volleys sein könnte. Der 20-Jährige ist derzeit mit Australiens Nationalteam unterwegs – vielleicht kommt er ja gemeinsam mit Carroll zurück nach Berlin.

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