Sport : Triumph mit Taktik

Kimugul und Zaituc siegen beim Halbmarathon

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Berlin Sie belauerten sich, es war ein Spiel der Nerven. Wer blieb abgeklärt genug, wer würde zu früh das Tempo anziehen? Das waren die Fragen, die in der Gruppe eine Rolle spielten. Drei Kenianer, Paul Kimugul, Joseph Ngolepus und Moses Kigen, bildeten beim Berliner Halbmarathon die Spitze. Es war klar, dass einer von ihnen gewinnen würde. Kigen hat einen sehr starken Antritt, das wussten die anderen. Also behielten sie ihn sehr genau im Auge. Aber keiner wollte sich auch zu früh verausgaben, um nicht noch abgefangen zu werden. Deshalb war das Tempo nicht allzu hoch.

Das Wetter hätte ein schnelles Tempo erlaubt. Es war fast windstill, es war warm, aber nicht brütend heiß, es war schönes Laufwetter. Und es gab eine Rekordkulisse: rund 150 000 Zuschauer, so viele hatte es noch nie in der 25-jährigen Geschichte des Halb-Marathons gegeben. Am Ende setzte sich Kimugul durch, in 61:04 Minuten. Der Kenianer erzielte damit die zweitschnellste Zeit, die in diesem Jahr weltweit bei einem Halbmarathon erreicht wurde. Die Jahres-Weltbestzeit verfehlte der 24-Jährige lediglich um 19 Sekunden. Den zweiten Platz belegte Joseph Ngolepus in 61:16 Minuten. Auf dem dritten Platz kam Moses Kigen (61:39). „Ich habe meinen persönlichen Rekord um 26 Sekunden verbessert“, sagte Kimugul. Aber wirklich zufrieden war der Sieger trotzdem nicht. Er wollte unter 60 Minuten laufen, aber die Taktik machte dieses Vorhaben zunichte. Jetzt will er bald sein Marathon-Debüt geben. Eine flache, schnelle Strecke sucht er dazu. Da ist er in Berlin eigentlich völlig richtig. „Gut möglich, dass ich hier meinen ersten Marathon laufe“, sagte der 24-Jährige denn auch.

Bei den Frauen setzte sich Luminita Zaituc, die derzeit beste deutsche Straßenläuferin, durch. Sie gewann in 71:04 Minuten, das ist deutsche Jahresbestzeit. „Wenn die Vorjahressiegerin Joyce Chepchumba hier gelaufen wäre, hätte ich bestimmt eine noch bessere Zeit erreicht“, sagte die 36-Jährige von der LG Braunschweig nach ihrem umjubelten Sieg. Aber die Kenianerin Chepchumba hatte am Freitagnachmittag kurzfristig abgesagt. Tsp

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