U-20-WM : Die Wunderkinder entzaubern

Horst Hrubesch hat sich für den deutschen Fußball als wahrer Glücksfall erweisen. Der 58-jährige Nachwuchstrainer könnte den dritten bedeutsamen Titel innerhalb von 15 Monaten gewinnen. Bei der U-20-WM trifft Deutschland am Samstag auf Brasilien

Hrubesch
Horst Hrubesch -Foto: dpa

Kairo - Nach den EM-Siegen mit der deutschen U-19- und der U-21-Auswahl strebt Hrubesch nun bei der U-20–WM in Ägypten nach dem Titel. „Wir müssen unsere Kräfte sammeln. Wenn wir die gleiche Leidenschaft zeigen wie gegen Nigeria, dann können wir auch gegen Brasilien unseren Weg fortsetzen“, sagte Hrubesch, dessen Juniorenauswahl bei der WM noch drei Schritte vom großen Ziel entfernt ist.

Auf dem Weg dorthin steht mit dem Viertelfinalspiel gegen Brasilien am Samstag in Kairo (16.30 Uhr, live bei Eurosport) eine hohe Hürde. „Natürlich haben sie wie alle südamerikanischen Teams viele gute Einzelspieler und bisher ein gutes Turnier gespielt. Aber auch Brasilien ist zu knacken“, sagt Björn Kopplin, der mit seinen beiden Toren wesentlich zum 3:2-Erfolg gegen Nigeria im Achtelfinale beitrug. „Wenn wir Weltmeister werden wollen, müssen wir Brasilien schlagen“, sagte der Abwehrspieler vom FC Bayern München.

Hrubesch muss nicht nur eine gute Taktik gegen den viermaligen Titelträger wählen, sondern auch noch personelle Probleme lösen. Tobias Kempe und David Vrzogic sind gesperrt. Letztmals dabei ist der Neu-Dortmunder Sven Bender, der auch bei einem Sieg gegen Brasilien abreisen und seinen Klub unterstützen muss. „Wer die erste Halbzeit gegen Uruguay gesehen hat, der weiß, was auf uns zukommt. Aber wir werden anders spielen als ihr letzter Gegner. Unser Ziel muss es sein, den Brasilianern die Luft zum Atmen zu nehmen“, sagte Hrubesch.

Vor vier Jahren bei der U-20-WM in den Niederlanden waren die Südamerikaner ebenfalls deutscher Gegner im Viertelfinale. Damals gewannen die Brasilianer mit 2:1 und wurden später WM-Dritter. Hrubesch ist sich dennoch sicher, dass seine Mannschaft auch gegen individuell stärkere Gegner bestehen kann. „Meine Mannschaft handelt sehr selbstständig und eigenverantwortlich. Das macht sie perfekt. Das ist ehrlicher Fußball, wie ich ihn mir vorstelle“, sagte Hrubesch. Dass die bislang unbesiegten Brasilianer als Wunderkinder gelten, die die Selecão 2014 zum WM-Titel im eigenen Land führen sollen, beeindruckt Hrubesch wenig. „Das habe ich schon oft gehört. Vor unserem Auftaktspiel bei der U-21-EM gegen Spanien wurde auch viel über Spaniens Wunderkinder gesprochen – nach dem Turnier waren unsere Wunderkinder das größte Thema“, sagte Horst Hrubesch. dpa

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