U-21-Blamage : "Eine Klasse besser als wir"

Nach dem 1:4 gegen Frankreich steht fest: Bei der U 21 läuft derzeit nichts wie geplant.

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Am Boden: U-21-Keeper FromlowitzFoto: AFP

Aubagne/Frankfurt - Vorgeführt von Frankreich, frustriert vom vorzeitigen Aus: Die U-21-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat drei Monate vor Beginn der EM-Qualifikation ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. "Die Franzosen haben uns eine Demonstration in gutem Fußball gezeigt. Sie haben so gespielt, wie ich es mir von meiner Mannschaft wünschen würde", redete Trainer Dieter Eilts nach der höchsten Niederlage in seiner fast dreijährigen Amtszeit Klartext. "Bis zur EM-Qualifikation haben wir noch sehr viel Arbeit vor uns."

Zum ersten Mal seit dem EM-Aus im vergangenen Sommer hat die deutsche Auswahl drei Mal nacheinander nicht gewonnen. Die Folge: Nur ein Punkt, Gruppenletzter mit 2:7 Toren bei der wichtigen Standortbestimmung im Nachbarland. Als "absolute Enttäuschung" bezeichnete Keeper Florian Fromlowitz vom 1. FC Kaiserslautern das 1:4 gegen die Franzosen in Aubagne, durch das das Klassenziel - erste Halbfinal-Teilnahme seit 1983 - verfehlt wurde. "Diese Leistung ist schwer zu erklären. Wir haben aber schon gezeigt, dass wir Fußball spielen können", meinte der Schlussmann, der seine Mannschaft vor einer noch höheren Schlappe bewahrte.

Deutlich wurde bei den Auftritten gegen Japan (1:2), die Elfenbeinküste (0:0) und den Frankreich, dass der zweite Anzug der personell arg geschwächten DFB-Junioren noch nicht passt. Ohne rund ein Dutzend vermeintlicher Leistungsträger, darunter der in die A-Mannschaft berufene Gonzalo Castro (Bayer Leverkusen) und die beiden verletzten deutschen Meister Serdar Tasi und Sami Khedira vom VfB Stuttgart, zwickte es an allen Stellen. Im Angriff fehlte die Durchschlagskraft, im Mittelfeld, das gegen Frankreich ohne Kapitän Eugen Polanski (Knöchelbeschwerden) auskommen musste, die Inspiration, in der Abwehr die Stabilität.

"Frankreich war eine Klasse besser als wir", räumte Verteidiger Robert Fleßers von Bundesliga-Absteiger Borussia Mönchengladbach ein. "Da sieht man, wo man im Moment international steht." Erfolgreicher muss die DFB-Auswahl spätestens am 7. September in Nordirland agieren. Zur Generalprobe kommt es am 21. August in Fürth gegen Irland. Die weiteren Gegner auf dem Weg zur EM-Endrunde 2009 in Schweden sind in der Gruppe neun Moldawien, Israel und Luxemburg. Das Ticket für die EM in diesem Jahr, die am Sonntag in den Niederlanden beginnt, haben die Eilts-Schützlinge verpasst.

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