Sport : Überlegen unter den Körben

Bei Albas 92:77-Sieg über Paderborn bekommen die Zuschauer viele spektakuläre Szenen zu sehen

Benedikt Voigt

Berlin - „Hey“, riefen einige Fans, „hey“ schrien auch seine Mitspieler von Alba Berlin. Koko Archibong aber bekam davon einige Sekunden lang nichts mit und lief weiter auf dem Feld herum, obwohl ihn Trainer Henrik Rödl schon längst ausgewechselt hatte. Erst nach dem dritten Zuruf ging Archibong vom Feld. Offenbar wollte er in der Max-Schmeling-Halle den 5149 Zuschauern möglichst lange Zeit seine Qualitäten zeigen. Wie das gesamte Team von Alba Berlin, das beim 92:77 (52:40) über die Paderborn Baskets 91 über weite Strecken überzeugte. Demond Greene (16), Chris Owens (15), Julius Jenkins (14), Sharrod Ford (12) und Ruben Boumtje Boumtje (10) punkteten zweistellig, bei Paderborn ragte der Amerikaner Sergeric Gipson mit 19 Punkten heraus. „Ich bin ganz zufrieden, wir haben phasenweise konzentriert gearbeitet“, sagte Henrik Rödl.

Am auffälligsten war gestern die Berliner Überlegenheit unter den Körben. Sechs Dunkings krachten allein in der ersten Halbzeit auf Paderborner Seite durch den Ring. Ruben Boumtje Boumtje (3), Koko Archibong, Sharrod Ford und Chris Owens hatten den Ball auf diese spektakuläre Weise in den Korb befördert. Bis zum 13:12 konnte der Aufsteiger mit Alba mithalten, dann begannen sich die Berliner einen Vorsprung zu erarbeiten. Dabei ragte in der ersten Halbzeit Julius Jenkins heraus, der wegen einer Handverletzung erstmals in dieser Saison von der Bank kam und in der zweiten Halbzeit vor allem auf der Aufbauposition spielte, weil William Avery unglücklich auf den Rücken gefallen war. Auch Nicolai Simon überzeugte, der 19-jährige Aufbauspieler zwang Paderborn zweimal durch seine engagierte Verteidigung zu Ballverlusten. Weil Sharrod Ford in der 8. Minute bereits sein drittes Foul bekommen hatte, erhielt sein Centerkollege Ruben Boumtje Boumtje mehr Spielzeit als zuletzt. Der Kameruner nutzte sie in der Offensive zu zehn Punkten.

In der zweiten Halbzeit aber durfte der neue Publikumsliebling Sharrod Ford wieder ran. Und wie. In der Defensive blockte er einen Wurf spektakulär, in der Offensive dunkte er den Ball dreimal in Folge in den Korb. Beim letzten sprang er so hoch, dass viele Zuschauer noch Sekunden später ungläubig darüber staunten, was sie soeben gesehen hatten. „Wir hatten einige sensationelle Geschichten“, sagte Rödl, „aber auch einige Dinge, die nicht so funktionierten.“ Er spielte auf das letzte Viertel an, als die Berliner nachließen. Doch in den Schlussminuten brachten die Berliner den Vorsprung sicher über die Zeit. „Es war ein guter Auftakt für die sehr schwere Woche“, sagte Rödl. Bereits am Freitag geht sie mit einem Spiel für Alba in Gießen weiter.

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