Sport : Uefa-Cup: 1860 München trifft im Nebel zweimal

Mit zwei späten Toren hat der TSV 1860 München ein schon verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer gerissen und darf auf den erstmaligen Einzug ins Europacup-Achtelfinale seit 34 Jahren hoffen. Roman Tyce (79.) und Markus Beierle (90.) sorgten mit ihren Treffern zum verdienten 2:2 (0:2) beim AC Parma für eine günstige Ausgangsposition der Gäste für das Rückspiel in der dritten Uefa-Cup-Runde am 5. Dezember in München. Mit zwei katastrophalen Abwehrfehlern hatte der Bundesligist vor 10 000 Zuschauern die schnelle Führung der Gastgeber durch Tore von Appiah (2.) und Micoud (11.) begünstigt.

"Wir hatten am Anfang keine Grundordnung. Nach dem Rückstand haben wir hervorragend nach vorn gespielt und das 2:2 verdient erspielt und erkämpft", sagte Trainer Werner Lorant. Und Präsident Karl-Heinz Wildmoser meinte: "Das war das beste Spiel in dieser Saison mit einem sensationell guten Ergebnis. Die Mannschaft hat einen unglaublichen Kampfgeist gezeigt. Jetzt können wir es im Rückspiel in einem hoffentlich vollen Olympiastadion packen."

Im dichten Nebel von Parma hatten die Sechziger in der Anfangsphase den nötigen Durchblick vermissen lassen. Bereits nach wenigen Sekunden nutzte Appiah die Unordnung in der Münchner Abwehr und überwand Torwart Jentzsch mit einem Flachschuss. Dem 2:0 durch Micoud ging ein Blackout von Zelic voraus. Der Münchner Libero vertändelte den Ball im eigenen Strafraum, so dass der Franzose nur noch einzuschieben brauchte.

Die in der Bundesliga seit sieben Spielen sieglosen Münchner brauchten eine halbe Stunde, um sich vom Schock des schnellen Rückstandes zu erholen. Gegen die ballsicheren Italiener taten sich die Sechziger schwer und vermochten sich kaum einmal gefährlich in Szene zu setzen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit konnten die Gäste die Partie ausgeglichen gestalten. Mit einem Freistoß gegen den Pfosten sorgte Häßler (37.), der bis dahin nur durch eine Strafraum-Schwalbe aufgefallen war, für ein erstes Achtungszeichen. Nur vier Minuten später klatschte ein Agostino-Schuss ans Aluminium.

Im zweiten Durchgang stand dann nur noch das Gehäuse von Parma im Brennpunkt. Torhüter Buffon rettete innerhalb von sechzig Sekunden gleich zwei Mal bravourös gegen Agostino und einen Kopfball seines eigenen Verteidigers Torrisi. Während die Hausherren immer mehr von ihrer anfänglichen Souveränität einbüßten, wurden die Münchner immer sicherer und dominierten die Begegnung nun deutlich. Der Ausgleich war der Lohn dafür.

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