Uefa-Cup : Erstes Tor von Ernst erlöst Schalke

Fußball-Bundesligist Schalke 04 darf auf den Einzug ins Achtelfinale des Uefa-Pokals hoffen. Die Gelsenkirchener kamen am Mittwochabend auf eigenem Platz zu einem 2:1 gegen Espanyol Barcelona.

Gelsenkirchen - Fabian Ernst hat den FC Schalke 04 vier Tage nach der Tore-Gala in der Bundesliga gegen Leverkusen vor einer unsanften Landung auf dem internationalen Parkett bewahrt und Trainer Mirko Slomka zum Europapokal-Einstand doch noch einen Sieg beschert. Mit seinem ersten Tor für die «Knappen» machte der Nationalspieler am Mittwochabend im Zwischenrunden-Hinspiel des Uefa-Pokals in der 88. Minute den hochverdienten 2:1 (0:1)-Sieg gegen Espanyol Barcelona perfekt und brachte den Bundesliga-Vierten damit in eine günstige Ausgangsposition im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale.

Luis Garcia hatte den 14. der spanischen Fußball-Meisterschaft vor 53.642 Zuschauern überraschend in Führung gebracht (34.). Marcelo Bordon glückte mit einem Kopfball-Tor in der 66. Minute der Ausgleich. Zum Rückspiel in Barcelona müssen die nach dem Abstieg aus der Champions League mit Ambitionen auf den Uefa-Cup-Sieg gestarteten Schalker am nächsten Donnerstag antreten.

«Es war höchste Zeit, dass mal einer reinrutscht», sagte Ernst, der nach zahlreichen hochkarätigen Chancen seiner Mitspieler kurz vor Schluss mit links aus 20 Metern abgezogen hatte. «Wir haben einmal nicht aufgepasst, hatten das Spiel ansonsten aber unter Kontrolle. Das stimmt mich zuversichtlich für das Rückspiel.» Trainer Slomka strahlte nach seinem geglückten internationalen Debüt. «Wir haben verdient gewonnen», sagte er. «Barcelona ist sehr konterstark, aber mit der Führung im Rücken können wir selbst kontern.»

Beflügelt vom 7:4 am Samstag gegen Leverkusen, wollten die Schalker auch auf internationaler Bühne glänzen und begannen schwungvoll. Nach einer schönen Direkt-Kombination über Christian Poulsen, Kevin Kuranyi und Lincoln tauchte Zlatan Bajramovic frei vor dem Tor der Gäste auf, doch im Fallen schob er den Ball sowohl an Torwart Gorka Iraizoz als auch am linken Pfosten vorbei (9.).

Die Schalker hatten in der ersten Halbzeit Chancen, um zwei Spiele zu entscheiden. Doch während Sören Larsen (23.), Kuranyi (34., 42.), der 19 Jahre alte Europacup-Debütant Sebastian Boenisch (40.) und Bordon mit einem Kopfball an den Pfosten (45.) die Führung für die Gastgeber verpassten, fiel das Gegentor. Die Schalker begünstigten den Treffer für Espanyol mit einem Stellungsfehler in der Innenverteidigung. Nach einem Steilpass von Eduardo Costa auf Luis Garcia verschätzte sich Rafinha beim Versuch einer Kopfball-Abwehr.

Die zuletzt auswärtsschwachen Katalanen, bei denen Spielmacher Ivan de la Pena nur auf der Bank und der gesperrte Trainer Miguel Angel Lotina auf der Tribüne saß, machten nach der Führung geschickt die Räume eng und provozierten die nervös werdenden Gastgeber mit Nickligkeiten. Kurz vor der Pause gab es ein Tohuwabohu vor dem Espanyol-Strafraum. Nach einem groben Foul von Ernst schubste Barcelonas wütender Kapitän Alberto Lopo den Schalker zu Boden. Obwohl der italienische Schiedsrichter Roberto Rosetti in der Nähe stand und per Headset mit seinen Assistenten verbunden war, fällte er eine Fehlentscheidung. Lopo kam mit Gelb, Ernst ungestraft davon.

In der zweiten Halbzeit setzte Slomka auf totale Offensive, brachte Gerald Asamoah für Bajramovic. Aber erst als Lincoln einen Freistoß in den Strafraum und Bordon seinen Kopfball-Aufsetzer ins entlegene Eck zirkelte, wachten die Schalker noch einmal auf. Doch jeder Schuss, der gegen Leverkusen im Netz zappelte, ging diesmal daneben: Kuranyi (72.), Larsen (79.), Poulsen (82.) und Ebbe Sand mit einem Kopfball an den Pfosten (86.) vergaben beste Möglichkeiten, bevor Ernst die Mannschaft erlöste. (Von Ulli Brünger, dpa)

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