Uefa-Cup : Hertha gegen Bukarest - dann Hamburg?

Hertha BSC trifft in der K.o.-Runde des Uefa-Cups auf Rapid Bukarest, der Hamburger SV spielt gegen den FC Thun. Pikant: Kommen beide Bundesligisten weiter, kommt es im Achtelfinale zu einer rein deutschen Partie.

Berlin - Nach dem Grusel-Fußball von Hertha BSC in der UEFA- Cup-Gruppenphase droht nun gegen Rapid Bukarest der nächste Langweiler. Die Berliner treffen in der Runde der letzten 32 Teams auf den rumänischen Meisterschafts-Dritten der Vorsaison. Das ergab am Freitag die Auslosung in Nyon (Schweiz). «Das ist ein ernst zu nehmender Gegner, aber machbar», kommentierte Trainer Falko Götz das zwiespältige Los.

Einerseits wartet auf Hertha am 15./16. Februar zu Hause und eine Woche später in Bukarest eine lösbare Aufgabe, andererseits blieb ein für die Fans attraktiver Gegner aus. Und zu allem Überfluss kann es im Achtelfinale noch zum Duell gegen den Hamburger SV kommen, falls der den FC Thun ausschaltet.

«Wir werden wieder bessere Spiele machen», versprach Manager Dieter Hoeneß nach der unattraktiven und glücklichen Nullnummer gegen Steaua Bukarest, mit der Hertha das Überwintern im UEFA-Cup gesichert hatte. In vier Gruppenspielen waren die Berliner ohne Gegentor geblieben, hatten aber auch nur einen Treffer - und das mit tatkräftiger Unterstützung von Halmstad - zu Stande gebracht. Nie zuvor war es in Europa einem Team gelungen, mit einem Torverhältnis von 1:0 die Gruppenphase zu überstehen. «Weiter ist weiter», brachte Hoeneß die Stimmung bei den Verantwortlichen auf den Punkt.

Die Fans hatten schon zuvor deutlich über das dritte 0:0 nacheinander abgestimmt: Nur 15 603 waren ins Olympiastadion gekommen - Negativrekord in dieser Saison. Am Ende machten sogar die treuesten Anhänger mit einem lauten Pfeifkonzert ihrem Ärger Luft. «Es wird sich in der nächsten Phase noch zeigen, gegen welche Gegner wir gespielt haben», betonte Götz und reagierte damit einen Tag später auf die Unmutsbekundungen. Der 1923 gegründete viermalige rumänische Meister Rapid hatte am Mittwoch beim VfB Stuttgart mit 1:2 verloren, die Gruppe aber für sich entschieden. «Ich werde mal den Maestro anrufen», kündigte Götz ein Gespräch mit Giovanni Trapattoni an.

Götz verwies besonders auf die vielen jungen und unerfahrenen Kräfte wie Ashkan Dejagah (19) oder Sofian Chahed (22), die er auf Grund der Verletzungsmisere beim «Gruppen-Endspiel» ins Feuer werfen musste. «Einige haben vielleicht etwas zu viel Respekt gehabt und im Laufe der Spielzeit mehr an das Ergebnis gedacht, nicht an das Fußball-Spiel», analysierte Götz die 90 langweiligen Minuten gegen das andere Bukarester Team, Steaua. Der gegnerische Trainer Oleg Protassow sprang allerdings seinem Kollegen Götz zur Seite: «Hertha hat in der Gruppe kein Gegentor bekommen, das will schon etwas heißen», sagte der Ukrainer.

Die Personalnot bei Hertha BSC wird auch vor dem Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg nicht kleiner. Im Gegenteil: Neben den verletzten Marko Pantelic, Nando Rafael (beide Leiste), Josip Simunic (Zeh), Dick van Burik (Muskelfaserriss) und Oliver Schröder (Syndesmoseband) wird am Sonntag wahrscheinlich auch Yildiray Bastürk mit Leistenproblemen ausfallen. «Wir werden wieder improvisieren müssen», erklärte der Trainer. Der Brasilianer Gilberto absolvierte am Freitag ein persönliches Rehabilitations-Programm, kann aber laut Götz gegen den «Club» auflaufen.

Die Rückkehr des ehemaligen Hertha-Trainers Hans Meyer nach Berlin sieht Götz nicht als Vorteil für den Gegner 1. FC Nürnberg. «Wir sind darauf vorbereitet, dass Hans unsere Mannschaft kennt», sagte der Hertha-Coach zu den guten Berlin-Kenntnissen seines Kollegen. Meyer hatte in der Rückrunde der Saison 2003/04 Hertha vor dem Abstieg gerettet. «Für 90 Minuten wird unsere Freundschaft ruhen», sagte Berlins Manager Dieter Hoeneß. (Von Jens Mende, dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben