Uefa-Pokal : Bremen schießt Ajax ab

Nach zuletzt zwei bitteren Pleiten in der Bundesliga gelang Werder Bremen der Befreiungsschlag. Mit einer kämpferisch starken Leistung haben die Hanseaten das Tor zum Achtelfinale des Uefa-Pokals weit aufgestoßen.

Bremen - Die Bremer bezwangen Ajax Amsterdam hochverdient mit 3:0. "Die Mannschaft hat das gut gemacht. Sie hat Ajax unter Druck gesetzt, so dass sich die Amsterdamer nur mit Fouls zu helfen gewusst haben", erklärte Sportdirektor Klaus Allofs. "Schade nur, dass wir nur drei Tore geschossen haben. Es war mehr drin."

Das Verteidiger-Duo Per Mertesacker (48.) und Naldo (54.) knackte kurz nach dem Wechsel das Abwehr-Bollwerk der oft überhart einsteigenden Niederländer. Der überragende Torsten Frings (71.) sorgte vor 37.500 Zuschauern mit seinem Treffer zum 3:0 Endstand für eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel am 22. Februar.

Gelb-Rot für Lindenbergh

Die Bremer taten sich allerdings lange Zeit schwer, obwohl sie ab der 24. Minute nach der Gelb-Roten Karte für Olaf Lindenbergh in Überzahl spielten. "Ich glaube, wir haben eine gute Partie geliefert. Sicherlich hat uns der Platzverweis geholfen. Wir haben richtig dagegen gehalten gegen die hart einsteigenden Amsterdamer", lobte Trainer Thomas Schaaf.

Für große Proteste auf Ajax-Seite sorgte der zweite Werder-Treffer durch Naldo. Der Kopfball des Brasilianers hatte nach Ansicht der Niederländer die Torlinie nicht vollständig überschritten.

Werder um Wiedergutmachung bemüht

Vor dem Spiel musste die Polizei gegen einige Ajax-Fans vorgehen. Etwa 50 gewaltbereite Anhänger seien vorsorglich in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Polizeisprecher. In der Innenstadt seien ein paar Flaschen geflogen. Zu dem Uefa-Pokal-Spiel waren mehr als 100 Ajax-Anhänger ohne Ticket angereist.

Nach den Bundesliga-Niederlagen gegen die Titelkonkurrenten Schalke 04 und den VfB Stuttgart bemühten sich die Bremer um Wiedergutmachung. Schon nach vier Minuten hatten die Hanseaten Pech: Naldo traf nach Freistoß aus 25 Metern nur den linken Posten, den Abpraller bekam WM-Torschützenkönig Miroslav Klose nicht unter Kontrolle.

Auch in der Folgezeit bestimmte der Champions-League-Absteiger das Spiel, wobei vielen Aktionen die aus der Bundesliga-Hinrunde gewohnte Präzision fehlte. Spielmacher Diego tat sich wegen des oft überharten Einsteigens der Amsterdamer schwer. Klose und sein Sturmpartner Aaron Hunt agierten unglücklich, Pierre Wome und Clemens Fritz konnten auf den Außenbahnen nur selten Druck entfalten.

Frings mit Glanzleistung

Lediglich Frings sorgte für Linie. Er trieb seine Mannschaft nach vorn. In der 14. Minute verfehlte sein 30-Meter-Schuss nur knapp das Ziel. Frings war es auch, der für die Gelb-Rote-Karte für Lindenbergh sorgte. Der Niederländer legte den Werder-Kapitän und musste nach seinem zweiten schweren Foul innerhalb von zwei Minuten vorzeitig vom Feld.

Nach dem Platzverweis zogen sich die Gäste noch weiter in die Defensive zurück und überließen den Bremern komplett das Mittelfeld. Ajax verteidigte geschickt und ließ die Gastgeber kaum noch gefährlich in ihren Strafraum.

Nur drei Minuten nach der Pause war endlich der Bann gebrochen: Nach einem Eckball von Frings traf Mertesacker nach einem Fehler von Ajax-Schlussmann Stekelenburg. Sechs Minuten später war Naldo ebenfalls nach Frings-Ecke zu Stelle. Danach hatte Bremen leichtes Spiel. Werder-Kapitän Frings selbst sorgte für die Entscheidung nach kluger Vorarbeit von Klose. In der 80. Minute hatte Diego Pech mit einem Lattenschuss. Die beste Ajax-Chance durch Hedwiges Maduro (59.) vereitelte Bremens Torwart Tim Wiese. (tso/dpa)

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