Uefa-Pokal : Die besten Verlierer

In der Fünfjahreswertung machen die Teams aus der Bundesliga wieder Boden gut. Die Erfolge im ungeliebten Uefa-Cup sichern den deutschen Klubs ihre Startplätze in der Champions League.

Mathias Klappenbach
HSV
Wir gehören dazu. Die Spieler des Hamburger SV feiern ein Tor im Uefa-Pokal gegen Basel. -Foto: dpa

Berlin - Diese große Zeit des deutschen Fußballs liegt lange zurück. Es war 1980, als mit dem VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach, Bayern München und dem späteren Sieger Eintracht Frankfurt vier Mannschaften aus Deutschland im Halbfinale des Uefa-Cups unter sich waren. Die Champions League mit ihrer lukrativen Vermarktung war noch lange nicht erfunden, der Unterschied zum damaligen Europokal der Landesmeister nicht so gravierend und von einem „Cup der Verlierer“ wie später Franz Beckenbauer sprach auch niemand.

Mit diesem Image musste der Wettbewerb in den vergangenen Jahren aber leben, zumal das schwache Abschneiden deutscher Klubs mit sich brachte, dass sich die Verantwortlichen der Spitzenklubs selbstbewusst darüber mokierten, dass die Resultate des Uefa-Cups in der Fünfjahreswertung genauso viele Punkte bringen wie die aus der Champions League. Seit die deutschen Klubs dort aber nicht mehr so erfolgreich sind, wird der Uefa-Cup wieder wertgeschätzt. Die Angst davor, etwa von den Rumänen wegen ihrer Erfolge im Uefa-Cup in der Wertung, die über die Anzahl der Startplätze in den internationalen Wettbewerben entscheidet, überholt zu werden, ist nun der Hoffnung gewichen, stattdessen sogar an den Franzosen vorbeizuziehen. Denen wird in der kommenden Saison ein erfolgreiches Jahr gestrichen.

Fünfjahres-Wertung
Tsp,AK US


Zwar würde das keinen weiteren Startplatz für die Champions League bringen, vier Plätze erhalten nur die ersten drei Nationen, die einen großen Vorsprung besitzen. Der Status quo könnte aber gefestigt werden, und das wäre ein Fortschritt zu den Szenarien des weiteren Bedeutungsverlusts, die vor dieser Saison die Runde machten. Die zuvor gefürchteten rumänischen Vereine sind beispielsweise bereits komplett ausgeschieden, während Deutschland noch mit sechs Mannschaften dabei ist. Diese Mannschaften haben die Chance, für jeden Sieg zwei und für jedes Unentschieden einen Punkt zu holen. Die erreichten Punkte eines Landes werden zusammengezählt und durch die Anzahl der für ein Land teilnehmenden Vereine geteilt. In dieser Saison ist Deutschland noch vor Italien bislang die drittbeste Nation, und die Aussichten auf ein sehr erfolgreiches Jahr sind gut: Mit dem FC Bayern, Werder Bremen, dem Hamburger SV und Bayer Leverkusen sind die ersten vier Mannschaften der Bundesligatabelle noch im Uefa-Cup vertreten, hinzu kommen der 1. FC Nürnberg und in der Champions League Schalke 04.

Die Schalker schossen in der Gruppenphase nur gegen Rosenborg Trondheim überhaupt Tore, dies reichte aber zum Weiterkommen und der Vermeidung der ganz großen Debatte über die internationale Konkurrenzfähigkeit der deutschen Klubs. England hat noch vier Klubs in der Champions League und drei im Uefa-Cup. Sechs Vereine wie Deutschland kann sonst kein anderes Land mehr aufbieten. Die Startplätze scheinen also mittelfristig gesichert zu sein.

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