Sport : Umstände einer Niederlage

Friedrichshafen besiegt SCC-Volleyballer 3:2

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Vom Prestigeduell ist jedesmal die Rede, wenn der SC Charlottenburg und der VfB Friedrichshafen in der Volleyball-Bundesliga gegeneinander spielen. Nicht nur, weil beide Teams ständig um die Vormachtstellung im Lande kämpfen, ihr Duell wird auch von der Dauerfehde zwischen dem SCC-Manager Kaweh Niroomand und dem Friedrichshafener Trainer und zugleich Nationaltrainer Stelian Moculescu beeinflusst. Auch unter diesem Aspekt erhofften sich 2000 Fans in der Arena Friedrichshafen nichts sehnlicher als den Erfolg ihres Teams gegen den Meister aus Berlin. Mit 3:2 (25:12, 22:25, 25:17, 23:25, 15:10) ging ihr Wunsch in Erfüllung.

Niroomand hatte erst Anfang Oktober ausdrücklich den Rücktritt Moculescus als Nationaltrainer gefordert, weil der mit Deutschland an der EM-Qualifikation gescheitert war. Diese Aussage stachelte den Kampfgeist der Gastgeber noch zusätzlich an. Über Niroomands Forderung wurde nach Aussage des SCC-Geschäftsführers Günter Trotz diesmal „kein Wort verloren“. Niroomand war allerdings auch nicht in der Halle.

Die knappe Niederlage gegen Friedrichshafen nahm Trotz ziemlich gelassen hin. „Für das, was alles schief gelaufen ist, hat unsere Mannschaft sehr gut gespielt“, sagte er. Bereits vor dem ersten Ballwechsel gingen die Schwierigkeiten los: Erst fehlte das Gepäck, das erst vom Flughafen in Frankfurt zur Halle gebracht werden musste. Dann erhielt Trainer Mirko Culic die nächste negative Nachricht: Libero Nisse Huttunen, der trotz eines Infekts spielen wollte, fiel doch aus. Der SCC hatte aber kein zusätzliches Libero-Trikot mitgenommen.

Nach langen Diskussionen mit dem Schiedsgericht durfte der nominelle Angreifer Sebastian Prüsener mit dem Trikot Huttunens auflaufen. Verwirrt durch die Umstellung, waren die Charlottenburger im ersten Satz ohne Chance. In den darauffolgenden vier Sätzen entwickelte sich dann aber ein hochklassiges und auch ausgeglichenes Spiel. „Das war Volleyball vom Feinsten“, sagte Trotz. „Ohne diese Umstände sind wir besser.“ Trotz meinte wohl: Dann hätte der SCC nicht verloren.

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