Sport : Und dann kommt auch noch Italien

Die Wasserballer zeigen sich bei der EM furchtlos.

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Berlin - Was im Fußball Deutschland kontra Holland ist, ist im Wasserball Deutschland kontra Italien. Zu diesem Duell kommt es am Mittwoch (18 Uhr) im Viertelfinale der Wasserball-Europameisterschaft in Eindhoven. „Als Lieblingsgegner kann man die Azzuri nicht gerade bezeichnen“, sagt Bundestrainer Hagen Stamm. Italien ist der aktuelle Weltmeister und wurde bei der EM 2010 Zweiter. Von 142 Länderspielen gegen Deutschland haben die Italiener 101 gewonnen. Auch eine Reihe wichtiger Spiele – zum Beispiel das Halbfinale der EM 1995 in Wien, als die Italiener 10:9 gewannen und sich das deutsche Team mit dem Spiel um Platz drei bescheiden musste. Die Bronzemedaille nach dem 11:10 gegen Kroatien war die bisher letzte Medaille für eine deutsche Wasserball-Nationalmannschaft bei internationalen Meisterschaften.

Doch es gab noch weitere brisante Duelle Deutschland gegen Italien: Bei den Olympischen Spielen 2008 gewann Italien das Spiel um Platz neun gegen Deutschland mit 10:8, bei der EM 2010 das Viertelfinale mit 10:9, bei der WM 2011 das Gruppenspiel mit 7:6. Im letzten Test vor Eindhoven aber besiegte Stamms Mannschaft Italien bei einem Vier-Nationen-Turnier in Ungarn mit 9:8. Dass die deutschen Wasserballer nun wieder auf Italien treffen, verdanken sie einer bemerkenswerten Vorrunde. „Das war nicht bemerkenswert, das war sensationell“, korrigiert der Bundestrainer. Mit dem die Vorrunde abschließenden 10:9 gegen Rumänien haben sich die Männer um den überragenden Torwart Alexander Tchigir Platz drei in der schweren Gruppe hinter Serbien und Montenegro und vor Titelverteidiger Kroatien, Spanien und Rumänien gesichert. Damit ist zugleich die Teilnahme am Olympia-Qualifikationsturnier Anfang April in Edmonton geschafft, bei dem sich drei Teams noch nach London kämpfen können. Auf diese Weise hatten sich die Deutschen bereits zu den vergangenen beiden Olympia-Turnieren gespielt.

Die Vorrunde, glaubt der Bundestrainer, hat die Mannschaft stark gemacht. „Vor allem vom Kopf her. Nach der Auslosung habe ich geflucht. Jetzt muss ich sagen: Vielleicht war das gut so, vielleicht war das unser Glück.“ Angesichts der Gruppenkonstellation und zusätzlicher Krankheits- und Verletzungsprobleme seien Leistungen und Einsatz seiner 13 Spieler gar nicht hoch genug einzuschätzen. Drei Akteure sind immer noch angeschlagen, der spielfreie Tag wurde zur Regeneration genutzt.

Unabhängig vom EM-Resultat gehört das Team für Stamm schon jetzt zu den Siegern: „Der höchste Wert, den wir aus der EM mitnehmen, ist der gesteigerte Selbstwert.“ Die Deutschen hätten gezeigt, dass sie jeden schlagen können. Und deshalb kann den Bundestrainer auch Viertelfinal-Gegner Italien nur bedingt schocken. „Gegen den Weltmeister anzutreten, ist eine gute Konstellation“, sagt er. „Den Druck haben die und nicht wir. Bei uns ist die Mannschaft der Star. Das macht uns weniger ausrechenbar.“

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