Sport : Und was macht die Konkurrenz?

Thomas Seibert

Fatih Terim war sich so sicher. "Chelsea wird auf keinen Fall gewinnen", sagte der Trainer von Galatasaray Istanbul. Das war vor dem Spiel. Danach war alles ganz anders. "Ich nehme alle Schuld auf mich", sagte ein zerknirschter Terim nach dem verheerenden 0:5. Istanbul habe einen "Schwarzen Mittwoch" erlebt, hieß es in der Zeitung "Milliyet". Für Galatasaray war es die höchste Niederlage auf internationalem Parkett seit 23 Jahren (1976 1:5 gegen Anderlecht) und die erste in der Champions League seit zwei Jahren (1997 0:1 gegen Dortmund).

Chancenlos in der Gesamtwertung reist Galatasaray nun am kommenden Dienstag nach Berlin. Tausende von Landsleuten werden erwartungsfroh das Olympiastadion füllen. Die Botschaft für Galatasaray ist klar: Bloß nicht noch eine Blamage.

Mit viel Selbstbewusstsein und vielleicht auch einem Schuss Selbstüberschätzung war der Türkische Meister in die Champions League gestartet. Vor der ersten Begegnung gegen Hertha BSC hatte Terim getönt, das Spiel gegen die Deutschen sei nur eine bessere Trainingseinheit, denn sein Team werde sich nicht mit Hertha, sondern mit Chelsea und Inter Milan um die Spitzenposition in der Gruppe H balgen. Mit dem Unentschieden gegen Hertha auf eigenem Platz erhielt dieser Optimismus einen ersten Dämpfer, doch erst die 90 Minuten am Mittwochabend brachten Trainer und Team auf den harten Boden der Realität zurück.

Auch die Fans sind tief getroffen. Bei Chelseas Ankunft waren Hunderte zum Flughafen gezogen, um den Gästen mit Sprechchören und Plakaten Angst einzujagen. Während des Spiels dröhnte der Krach der traditionellen Trommeln durch das Stadion - doch Trommeln und Gesänge wurden mit jedem Gegentor verhaltener - und verstummten schließlich.

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