Union Berlin : Eisern sparen

Die finanzielle Situation beim Regionalligisten ist schwierig. Ehemalige Spieler fordern von Union noch Geld.

Matthias Koch

BerlinBeim Fußball-Regionalligisten 1. FC Union fängt es an zu kribbeln. Bis zum Saisonstart gegen Fortuna Düsseldorf am 28. Juli sind es nur noch elf Tage, und das Ziel ist klar. Union will unter die ersten zehn kommen und sich damit für die neue eingleisige Regionalliga qualifizieren. Dafür arbeitet die Mannschaft hart. Bei Trainer Uwe Neuhaus dauerte die Einheit gestern mal wieder zwei Stunden. Der Nachfolger von Christian Schreier zieht sein Programm seit Wochen durch. Daran ändert auch das heutige Testspiel an der Alten Försterei nicht. Gegen den englischen Traditionsverein Leeds United (19:30 Uhr) will Neuhaus den Großteil seiner Stammelf auflaufen lassen.

Das Spiel gegen den dreimaligen Englischen Meister, der vor wenigen Wochen in die dritte Liga abgestürzt ist, wird für einen Union-Fan etwas Besonders sein. Andreas Nakonzer ersteigerte bei Ebay für 264 Euro einen Platz in der Anzeigetafel. Der 50-Jährige wird den Spielstand anzeigen. Zudem darf er den Spielball mit den Unterschriften beider Teams mit nach Hause nehmen. Die Einnahmen gehen an den Verein.

Der 1. FC Union kann das Geld gut gebrauchen. Der aktuelle Saisonetat in Höhe von 4,1 Millionen Euro scheint gedeckt zu sein. Mitarbeiter der Geschäftsstelle und Spieler, die den Verein im Sommer verlassen haben, ärgern sich allerdings über angeblich ausstehende Gehälter. Die Fußballer Frank Kaiser, David Bergner und Daniel Bauer haben Kontakt zur Vereinigung der Vertragsfußballer (VdV) aufgenommen. „Unser Anwalt Frank Rybak ist dran. Ein Schreiben ist schon raus“, sagt VdV-Sprecher Ulf Baranowsky. „Wir setzen Union eine Frist. Sonst ist mit einer Klage zu rechnen.“

Bergner, der jetzt beim Halleschen FC spielt, will durch die Vermittlung der VdV eine Klage vermeiden. Er ist dennoch maßlos enttäuscht: „Wir wurden noch nicht mal informiert. Nun muss ich meinem Gehalt von Mai und Juni selbst hinterherrennen.“ Bergner wirft dem Verein Vorsatz vor, „weil die Spieler, die bei Union geblieben sind, ihre Gehälter pünktlich bekommen haben“.

Oskar Kosche, Geschäftsführer und Präsidiumsmitglied, redet nicht gern über das Thema. Er bestreitet nicht, dass die finanzielle Situation schwierig ist, das zeigten auch die Maßnahmen, die der Verein getroffen habe: Ende Juni hatten fünf langjährige Mitarbeiter des Vereins die Kündigung erhalten. Der Etat der Nachwuchsabteilung wird von 400 000 auf 250 000 Euro verringert. Immerhin verspricht er: „Alle Spieler werden ihr Geld bekommen.“

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