Union Berlin vor dem Spiel beim Karlsruher SC : Uwe hat ’nen Plan

Uwe Neuhaus will mit Union Berlin noch viel erreichen. Die Mannschaft soll sich weiterentwickeln - auch wenn sich der Trainer selbst nicht ändern will.

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Will in Karlsruhe erstmals gewinnen: Union-Trainer Uwe Neuhaus.
Will in Karlsruhe erstmals gewinnen: Union-Trainer Uwe Neuhaus.Foto: Imago

Verletzungspech in der Mannschaft. Erfolgloser Einbruch in die Geschäftsstelle. Trainer Uwe Neuhaus macht so weiter wie bisher: Mit diesen drei Schlagzeilen könnte man die vergangenen Tage beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Union überschreiben. Vor dem Spiel heute in Karlsruhe verletzten sich die Verteidiger Mario Eggimann (Bänderriss) und Patrick Kohlmann (Schienbeinprobleme) sowie Mittelfeldspieler Martin Dausch (Oberschenkelsorgen). Nur bei Kohlmann gibt es Chancen auf einen Einsatz.

Neuhaus: "Es soll Spaß machen"

In sportlicher Hinsicht ist das Spiel in Baden, wo Union noch nie gewinnen konnte, eigentlich bedeutungslos. Den 1000 erwarteten Union-Fans soll nach nur einem Sieg in den jüngsten acht Partien dennoch etwas geboten werden. "Es soll Spaß machen, uns zuzuschauen", sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus.

In letzter Zeit war das nicht mehr so häufig der Fall. Neuhaus, der einen Vertrag bis 2016 besitzt und seinen Job auch weiterhin machen will, hofft dennoch auf einen Aufschwung – spätestens in der kommenden Spielzeit. "In der nächsten Saison haben wir Gelegenheit, über Neuzugänge und vielleicht auch kleine Veränderungen im Training, in der Arbeit, im Zusammenspiel, vielleicht auch im gesamten Konzept Dinge neu zu arbeiten und auf den Platz zu bringen", sagte Neuhaus.

Der Wille zum Leistungsschub ist da

In den letzten drei Jahren stand Neuhaus für fleißige Arbeit und einen Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. In dieser Saison war das nicht nur Teilen der Fans angesichts des Rekord-Lizenzspieler-Etats von über elf Millionen Euro zu wenig. Doch von Selbstkritik hörte man von Neuhaus wenig, obwohl 2014 nur elf von 33 möglichen Punkten geholt wurden. "Soll ich mich jeden Tag vor die Presse stellen und sagen, das war meine Schuld, das war mein Fehler? Wie stellen Sie sich das vor? Dann hätten Sie ja nichts mehr zu spekulieren", sagte Neuhaus.

Neuhaus glaubt, dass er die Mannschaft weiterentwickeln kann, auch wenn sich etliche Spieler mit langfristigen Verträgen seit Monaten im Formtief befinden. Zweifel, dass es bei Neuhaus nach so langer Zeit im selben Verein Verschleißerscheinungen im Umgang mit den Spielern gibt, hat der Trainer nicht. "Ich werde kein komplett anderer Mensch. Meinen roten Faden werde ich immer durch meine Arbeit ziehen. Ein paar Korrekturen habe ich im Laufe der sieben Jahre sicher schon gemacht", erklärte Neuhaus. "Aber so, dass die Spieler sich jeden Tag fragen werden, was kommt heute, so eine starke Veränderung werde ich nicht schaffen."

Die kommenden vier Spiele und vor allem die ersten Monate der neuen Saison werden zeigen, ob ein Leistungsschub mit Neuhaus möglich ist. Den Willen dazu bringt er jedenfalls mit.

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