Union - Fürth : Verschossen und verloren

Für Union ist die Heimpremiere in der Zweiten Liga daneben gegangen. Nach dem Unentschieden in Aachen verloren die Köpenicker in der Alten Försterei gegen Greuther Fürth mit 1:2 (0:0). Santi Kolk erzielte dabei das einzige Tor für Union und vergab die Chance auf einen Punkt vom Punkt.

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Es ist zum Haareraufen: Unions Santi Kolk war die tragische Figur im Spiel gegen Fürth. Erst ließ er die Hoffnung auf einen Punkt mit seinem Anschlusstreffer wieder aufkeimen, um sie dann selbst vom Elfmeterpunkt aus zunichte zu machen.
Es ist zum Haareraufen: Unions Santi Kolk war die tragische Figur im Spiel gegen Fürth. Erst ließ er die Hoffnung auf einen Punkt...Foto: dpa

Berlin - Alles war bereitet. Die Alte Försterei in Berlin-Köpenick hatte sich schön zurecht gemacht für das erste Heimspiel der Zweitliga-Saison 2010/2011, das gleichzeitig Anlass für eine kleine Jubiläumsfeier des Stadions gab. „90 Jahre Fußball im Grünen“ feierten die Anhänger des 1. FC Union mit einer hübsch anzuschauenden Choreografie vor Spielbeginn. Und pünktlich zum Anstoß am frühen Nachmittag kroch dann sogar noch die Sonne hervor.

Nur was die Mannschaften danach auf dem Rasen zeigten, wollte nicht recht zu diesen idyllischen Rahmenbedingungen passen. Vor allem in der ersten Halbzeit mussten sich die Unioner Fans mit nicht weniger als dem „schlechtesten Spiel der letzten drei Jahre“ begnügen. So sah es jedenfalls ihr Trainer Uwe Neuhaus. Seine Mannschaft ging demnach auch verdient mit einer 1:2 (0:0)–Niederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth vom Platz.

Doch was hatte Uwe Neuhaus nach der Begegnung eigentlich so aufgeregt? Ganz klar, die nachlässige Spielkultur, mit sich der sein Team in den ersten 60 Minuten über den Platz manövrierte. Die Pässe gerieten häufig zu unpräzise, die Ballannahmen zu schlampig – und die Flanken landeten allzu oft im Nirgendwo. „Wir haben nicht die nötige Ruhe am Ball gefunden“, sagte der Köpenicker Verteidiger Ahmed Madouni. „Das war sehr hektisch, und der letzte Pass kam auch nicht.“ Union hatte nur Glück, dass auch den Gästen aus Fürth in der ersten Hälfte noch nicht der entscheidende Pass gelang. Den besseren Start hatten sie aber allemal. Gerade mal zwei Minuten waren vorüber, als Dani Schahin mit einem guten Schussversuch scheiterte.

Die Gastgeber flüchteten sich dagegen lediglich in ein paar Verzweiflungstaten – wie etwa Patrick Kohlmanns Distanzschuss in der 23. Minute. Nicht einmal Torsten Mattuschka vermochte seinem Team an diesem Tag zu helfen. Unions Kapitän, dessen Freistoßkünste sein Team schon ein ums andere Mal gerettet haben, traf vor der Halbzeitpause bei einer Standardsituation nur die Fürther Mauer. In der zweiten Halbzeit wurde der Mittelfeldspieler, der sich unter der Woche mit einer Erkältung herumschleppte, ausgewechselt. Es war bezeichnend.

Trotz einiger Umstellungen kam Union zunächst kaum besser ins Spiel. Die Franken schon. Keine drei Minuten brauchten sie, um mit flinkem Kombinationsfußball entscheidend in Führung zu gehen. Zuerst erzielte Nicolai Müller in der 53. Minute die Fürther Führung, danach erhöhte Christopher Nöthe. So einfach kann Fußball sein; und gleichzeitig so bitter – für den Gegner. „Aufwachen, aufwachen“ skandierten die Berliner Anhänger unter den 11 780 Zuschauern nun lautstark. Und tatsächlich schien es so, als würde erst der 0:2-Rückstand die Mannschaft von Uwe Neuhaus endlich munter machen.

Auf einmal spielte Union nicht nur mutig, sondern auch erfolgreich nach vorne: Mittelfeldspieler Santi Kolk erzielte in der 70. Minute mit einem Schuss aus knapp 15 Metern den Anschlusstreffer. Dass sich Kolk nach der Partie mit den Worten „das Spiel geht auf mein Konto“ trotzdem bei den Berliner Fans entschuldigte, hatte mit einer Aktion zu tun, die sich fast unmittelbar nach seinem Tor zutrug. Nachdem Angreifer John Jairo Mosquera im Strafraum von Marino Biliskov gelegt worden war, trat der Niederländer zum Elfmeter an. Fürths Towart Max Grün schnappte sich den platzierten, aber lasch getretenen Schuss jedoch noch aus der linken Ecke. „Es passt irgendwie zum Spiel, dass wir den Elfmeter nicht verwandelt haben“, sagte Unions Trainer Neuhaus. „Den Punkt hätten wir natürlich schon gerne mitgenommen, aber so hatte das Spiel einen verdienten Sieger.“

Angesichts der schwachen ersten Halbzeit hatte dieses Nachmittagsspiel der Zweiten Liga vielleicht wirklich nicht mehr Tore verdient.

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