Unsere Fragen an den 26. Spieltag : Für wen könnte es eng werden?

Wer ist voll im Rennen? Welcher Rekord wackelt? Wer feiert Platz zwei wie einen Titel? Worin ist der FC Bayern nicht spitze?

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Huub Stevens, Trainer des VfB Stuttgart, leitet das Training in Stuttgart
Huub Stevens, Trainer des VfB Stuttgart, leitet das Training in StuttgartFoto: Daniel Naupold/dpa

Für wen könnte es eng werden?

Huub Stevens spielt am Wochenende mal wieder um seine Zukunft als Trainer des VfB Stuttgart. Das kennt der Holländer schon und diesmal ist er auch nicht allein. Auch für Josef Zinnbauer (Hamburger SV) und Tayfun Korkut (Hannover 96) sieht es nicht gut aus. Die Klubs der drei Trainer stecken im Abstiegskampf und finden irgendwie keinen Weg aus der Misere. Stuttgart kann zu Hause nicht gewinnen, Hannover gar nicht mehr und der HSV schießt keine Tore. Da muss sich die Lage nun langsam zum Besseren wenden oder die Zukunft wird von der Gegenwart überholt.

Wer ist voll im Rennen?

Der SC Freiburg. Sportvorstand Jochen Sailer wird im Kicker wie folgt zitiert: „Wir sind voll im Rennen und stellen uns der Situation gerne.“ Die Situation sieht so aus: Platz 17 in der Bundesliga mit drei Punkten Rückstand auf den Tabellenfünfzehnten. Zuletzt gab es drei Niederlagen in Folge ohne eigenes Tor. Das würde in anderen Vereinen vermehrt zu Panikattacken führen (siehe oben), nicht so beim SC. Im Vorjahr „hatten wir zum gleichen Zeitpunkt dieselbe Punktzahl“, erklärt Sailer. Anschließend holte Freiburg noch 14 Punkte aus den verbleibenden Saisonspielen und schaffte den Klassenerhalt. Also, Ruhe bewahren. Kommt bestimmt wieder so.

Timo Horn, der Torhüter des 1. FC Köln
Timo Horn, der Torhüter des 1. FC KölnFoto: imago/Chai v.d. Laage

Welcher Rekord wackelt?

Der 1. FC Köln ist auf dem besten Weg, einen 0:0-Rekord in der Bundesliga aufzustellen. Sieben Mal hat das Team um Torwart Timo Horn (Foto) das in dieser Saison schon geschafft und damit den bestehenden Rekord bereits eingestellt. Ein weiteres 0:0 und in Köln ist wieder Karneval. Am Wochenende könnte es aber mit einem torlosen Remis schwer werden, kommt doch Werder Bremen an den Rhein. Und in Spielen mit Beteiligung der Norddeutschen fielen in dieser Saison bereits 93 Treffer – nur Spiele mit Frankfurt sind noch ein wenig spektakulärer. Und gegen die Eintracht ging das zuletzt mit dem 0:0 gehörig schief, Köln gewann vor zwei Wochen im Heimspiel gleich mal mit 4:2.

Wer feiert Platz zwei wie einen Titel?

DFB-Pokal, Europa League – alles nicht so wichtig. Klaus Allofs, Manager des VfL Wolfsburg, hat in dieser Saison nur ein großes Ziel: die direkte Qualifikation für die Champions League. „Das wäre für mich wie ein Titel“, sagte Allofs. Und womöglich kann der aktuelle Tabellenzweite sogar schon in Bälde feiern. Die Gefahr, dass der VfL noch Meister wird, ist angesichts von elf Punkten Rückstand auf den FC Bayern eher gering, andererseits ist Platz vier auch schon elf Zähler entfernt.

Worin ist der FC Bayern nicht spitze?

Die Bayern dominieren die Bundesliga nach Belieben. Sie haben die meisten Punkte, schießen die meisten Tore, haben am meisten Ballbesitz und sind auch noch das zweikampfstärkste Team. Aber es gibt auch eine Statistik, in der die Münchner nur auf Platz 18 stehen: in Sachen Laufstrecke. 113,4 Kilometer laufen die Bayern im Schnitt pro Saisonspiel – so wenig wie keine andere Mannschaft. Am Sonntag nun kommt es in München zum ungleichen Duell gegen Borussia Mönchengladbach. Die Spieler von Lucien Favre sind die fleißigsten Läufer der Bundesliga. Im Schnitt laufen sie mehr als sechs Kilometer mehr als die Profis des FC Bayern. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Gladbacher am Sonntag beim Spitzenspiel bei allem Eifer nicht verlaufen.

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