Sport : Unter Verdacht

Radprofi Danilo Hondo wird positiv getestet

Mathias Klappenbach

Berlin - Danilo Hondo will nicht ans Telefon kommen, deshalb gibt es nur die Sätze aus der offiziellen Stellungnahme seines Rennstalls: „Das Ergebnis der Proben muss ich zunächst als Fakt ansehen“, lässt der Radprofi verlauten. Sein Team Gerolsteiner hat den 31 Jahre alten Sprinter bis auf weiteres suspendiert. Der Weltverband UCI hatte den Rennstall am Donnerstagabend darüber informiert, dass Hondo bei der Murcia-Rundfahrt Anfang März in der A-Probe zweimal positiv getestet worden ist. Eine weitere, am ersten Tag der Rundfahrt genommene Probe war negativ. Wenn sich der Verdacht durch die B-Probe bestätigt, hat der deutsche Radsport seinen größten Dopingfall seit der halbjährigen Sperre von Jan Ullrich im Jahr 2002.

„Ich hatte den Eindruck, dass es Danilo am anderen Ende des Telefons umgehauen hat“, sagte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer dem Tagesspiegel. „Er schien paralysiert und sagte, dass er keine Ahnung habe, wie dieses Ergebnis zustande gekommen ist.“ In den Verträgen aller Fahrer von Gerolsteiner steht – wie bei anderen Teams auch –, dass sie bei positiven Proben sofort suspendiert werden. „Das entspricht unserer grundsätzlichen Haltung“, sagt Holczer. Nach dem Reglement der neu eingeführten Rennserie Pro-Tour könnte Hondo bereits wegen seiner positiven A-Probe für zwei Jahre gesperrt werden.

Im Testbericht ist von einem „Stimulanzmittel“ die Rede. „Wir werden mit Experten versuchen herauszufinden, was diesen Befund ausgelöst hat“, sagt Holczer. Auch Hondo, der beim Frühjahrsklassiker Mailand – San Remo vor zwei Wochen den zweiten Platz belegt hatte, will „die Ursachen wissenschaftlich ergründen“. Wann die B-Probe geöffnet wird, steht noch nicht fest.

Der Hauptsponsor begrüßte das Vorgehen der Teamleitung, doch nicht nur Gerolsteiner ist von der Nachricht betroffen. „Wenn Danilo schuldig gesprochen wird, ist das ein großer Imageschaden für den deutschen Radsport, den wir alle verkraften müssen“, sagte Olaf Ludwig, der Teammanager des T-Mobile-Teams. „Da kann von Konkurrenzdenken keine Rede sein.“

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