Sport : Unterhaching - Dortmund: Borussia lugt hinüber zu den Champions

Detlef Dresslein

Das Bild des Nachmittags war dieser tiefschwarze Luftballon, der kurz vor Schluss in der Hälfte der Spielvereinigung Unterhaching herumkullerte. Ein noch zartes Symbol für einen traurigen Tag. Die Fans des Gegners Borussia Dortmund umrissen derweil mit ihrer doch etwas gefühllosen Art die Stimmung schonungsloser. "Und zum letzten Mal in Haching ...", lautete der Schlager, und die Freude darüber, dass die Schwarzgelben wohl zum letzten Mal für längere Zeit das Gemeindestadion Am Sportpark aufsuchen mussten, wurde erst übertroffen, als der eigene Sieg und die späte Niederlage des FC Schalke 04 feststanden.

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Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Der 4:1-Sieg der Borussia war dabei das weniger Überraschende. Mit einer abgeklärten Leistung kickten sich die Dortmunder nach der einjähriger Pause wieder in die Qualifikationsrunde für die Champions League. "Fußball ist schon komisch und verrückt", sagte Dortmunds Trainers Mathias Sammer. Seine geschickte taktische Variante, den Mittelfeldspieler Otto Addo anstatt des Stürmers Fredi Bobic aufzubieten, war entscheidend gewesen und hatte die Unterhachinger Hoffnungen schon nach vier Minuten minimiert. Denn ausgerechnet die Defensivkünstler der Liga ließen sich so kurz nach Beginn auskontern. Nach einem Eckball für Haching gelangte der Ball zu Tomas Rosicky, dessen Pass auf Evanilson die Abwehr öffnete. Das Zuspiel des Brasilianers nutzte Addo zum 1:0.

Haching war geschockt. "Natürlich hat uns das 0:1 gelähmt", sagte Kapitän Matthias Zimmermann und merkte an, man habe dennoch "alles versucht". Der Versuch allein reichte nicht, den Dortmundern beizukommen. Danach war das zweite Dortmunder Tor eine Zeitfrage. Es passierte nach knapp einer Stunde, als wiederum Otto Addo eine Vorlage von Evanilson per Kopf ins Tor beförderte. Die Hachinger schafften den Anschluss durch Strehmel (66.). Aber Dortmund blieb kühl und setzte das 3:1 (74.) durch Lars Ricken und das 4:1 durch Dede dagegen.

Was bleibt, sind Durchhalteparolen. "Wir kämpfen bis zur letzten Minute", kündigte Zimmermann an, und Danny Schwarz versuchte ein zaghaftes "Totgesagte leben länger". Und: "Vielleicht rechnet jetzt niemand mehr mit uns, und das wäre dann unsere letzte Chance." Richtig überzeugt klang das alles nicht mehr.

Unterhaching kann sich nun nur noch durch einen Sieg in Schalke am letzten Spieltag retten. Wenn das gelänge, könnte Borussia Dortmund sogar noch Vizemeister werden. Und das würde die Borussen sehr glücklich machen, weil sie dann Schalke überholen und ohne Qualifikationsrunde an der Champions League teilnehmen. Fußball ist schon komisch und verrückt.

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