Sport : Unverkrampfter Jubel

Eisbären können noch gewinnen: 6:0 gegen Augsburg

Claus Vetter

Berlin - Einen Sieg gegen die Augsburger Panther, den feierten sie in jüngeren Jahren bei den Eisbären eher zurückhaltend. Insofern illustrierten schon die Jubelarien der Berliner Profis während des gestrigen Spieles gegen die Schwaben vor 4500 Zuschauern im Sportforum Hohenschönhausen, dass zurzeit beim deutschen Eishockeymeister eher der Ausnahmezustand herrscht: Immerhin ballerten sich die Eisbären gegen Augsburg den Frust von der Seele, was als Konsequenz einen 6:0 (2:0, 3:0, 1:0)-Erfolg für die Eisbären und das Ende einer unangenehmen Serie hatte. Acht Mal hatten die Eisbären zuletzt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verloren.

Die biederen Augsburger schauten zum rechten Zeitpunkt bei den Eisbären vorbei. Es sah gestern im Sportforum nicht danach aus, als ob der Tabellenelfte und Tabellenzwölfte um Punkte stritten. Die Berliner starteten mit dem Eröffnungsbully ein einziges Powerplay, in das aber erst Spielkultur einzog, nachdem Stefan Ustorf nach elf Spielminuten den Puck ins Tor befördert hatte. Der Treffer löste bei den Eisbären offensichtlich die Angst vor gut platzierten Torschüssen – in Berliner Unterzahl schloss Sven Felski einen Konter mit dem Tor zum 2:0 ab.

Die harmlosen Augsburger, die fast nicht in die Nähe des von Youri Ziffzer bewachten Tores der Eisbären kamen, waren spätestens Mitte der Partie frustriert, nachdem Mark Beaufait einen Schuss von Andy Roach ins Tor abgefälscht hatte. Fortan spielten die Eisbären unverkrampft auf: Ein Tor von Steve Walker, der erste DEL-Treffer des jungen Marius Garten und das 6:0 durch Christoph Gawlik hatten zur Folge, dass es „der EHC ist wieder da“ von den Rängen schallte. Und nach der Schlusssirene durften die Berliner Spieler und ihr erstmals in dieser Saison ungeschlagener Torwart Ziffzer wieder Ehrenrunden für das zuletzt wenig verwöhnte Volk drehen: Die Eisbären feierten mit ihren Fans gestern erst den zweiten Heimsieg – im siebten Heimspiel.

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