US Masters - Bernhard Langer : Dieser Senior muss zu Olympia!

Unser Kommentator würde Bernhard Langer gern bei den Olympischen Spielen von Rio sehen. Auch mit 58 ist der Deutsche Golfer konkurrenzfähig. Daran ändert auch sein Pech am letzten Tag der US Masters nichts.

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Auch mit 58 viel im Griff. Bernhard Langer.
Auch mit 58 viel im Griff. Bernhard Langer.Foto: dpa/Gombert

Auch mit 58 hat Bernhard Langer noch Träume. Für die deutsche Golf-Legende wäre es eine besondere Ehre, bei den Olympischen Spielen in Rio für sein Land anzutreten. Das unterstrich er am Rande des US Masters noch einmal. Beim Turnier der besten Profis der Welt mischte der zweifache Champion munter im Kreise der Topstars mit und hatte vor der Schlussrunde am Sonntag als Drittplatzierter sogar noch Siegchancen (siehe unten). Das alles hilft ihm für die Olympia-Qualifikation aber wenig und so bleibt Langer nur Ernüchterung: „Ich würde furchtbar gerne dabei sein, aber es geht nicht.“

Der Grund liegt in den Qualifikationskriterien für Rio, denn startberechtigt sind nur die 60 besten Spieler einer speziellen Rangliste. Die basiert auf den Ergebnissen der vergangenen zwei Jahre – allerdings nur jenen, die auf regulären Weltranglistenturnieren erzielt worden sind. Doch Bernhard Langer spielt auf der Senioren-Tour in den USA. Dort ist er zwar der beste Spieler der vergangenen Jahre, Punkte für die Weltrangliste gibt es bei den Turnieren der Über-50-Jährigen aber keine.

Und so kommen neben Martin Kaymer derzeit Alex Cejka, Marcel Siem oder Maximilian Kieffer für einen deutschen Startplatz bei Olympia in Frage. Als Siegspieler ist von den drei Letztgenannten bisher keiner groß in Erscheinung getreten. Ganz anders Bernhard Langer. Auch in einem vermeintlich hohen Sportleralter ist er absolut konkurrenzfähig – das beweist er Saison für Saison bei seinen gemeinsamen Starts mit den oft 30 oder mehr Jahre jüngeren Konkurrenten.

Trotzdem wird es für die Olympischen Spielen wohl nicht reichen, weil der Internationale Golfverband (IGF) nur Wildcards für den Gastgeber und maximal einen Vertreter aus jedem Erdteil vorgesehen hat. Dass Golf nicht nur ein Sport für die Jugend der Welt ist, haben die Funktionäre leider ignoriert. Sehr zum Leidwesen von Bernhard Langer. Der hätte einen Startplatz nicht nur als Auszeichnung für seine große Sportlerkarriere verstanden, sondern in Rio mit der für ihn typischen Akribie alles gegeben, um sein Land würdig zu vertreten.

Immerhin: eine kleine Hoffnung bleibt. Noch bis zum 11. Juli läuft der Qualifikationszeitraum für Olympia. Es wäre wünschenswert, wenn die IGF bis dahin nicht nur stur Punkte zusammenrechnet, sondern auch die Nominierungsrichtlinien überdenkt. Davon würde nicht nur Bernhard Langer profitieren, sondern letztlich auch allen anderen Golfer, die jenseits der 50 noch Träume haben.

- Am letzten Tag lief es für Bernhard Langer bei den US Masters weniger gut: Als Dritter mit nur zwei Schlägen Rückstand auf Spieth hatte er die Schlussrunde begonnen, büßte dann aber bereits früh alle Chancen auf einen dritten Sieg in Augusta ein. „Die ersten drei Tage waren wirklich sehr, sehr positiv. Ich habe auch heute nicht so schlecht gespielt, die Putts gingen nicht rein. Das war der Unterschied“, bilanzierte der 58-Jährige. Durch eine 79 rutschte Langer auf Platz 24 ab. Hier der Bericht zum Finale zum Nachlesen.

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