Sport : US Open: Agassi begleitet beleidigte Deutsche

Thomas Haas hat gewonnen bei den US Open, gegen Jamie Delgado (6:3, 6:1, 6:1) sogar, obwohl der die Nummer 167 der Weltrangliste ist. Das ist natürlich Anlass genug, nun aber wirklich beleidigt zu sein. Wegen Niki Pilic, den früheren Tennis-Daviscup-Chef. Pilic hatte die Frechheit besessen, den deutschen Tennis-Spielern mangelnde Einstellung vorzuwerfen. Haas, dessen jüngste Erfolgsbilanz ungefähr so eindrucksvoll ist wie die derzeige Aktienkurve der Telekom, giftet nun zurück: "Ich glaube nicht, dass die Kritik berechtigt war, aber jeder hat halt das Recht auf seine freie Meinung. Es gibt immer Leute, die glauben, irgendwelche Äußerungen in die Zeitung bringen zu müssen. Vielleicht wollen sie sich ins Gespräch bringen." Auch der eher zurückhaltende Rainer Schüttler rügt: "Acht deutsche Herren im Hauptfeld der US Open - Ich weiß nicht, was daran so schlecht ist." Schüttler hatte 7:6 (7:4), 6:2, 6:4 gegen den Kanadier Sebastien Lareau gewonnen. Der Wimbledon-Viertelfinalist Alexander Popp besiegte Jiri Vanek (Tschechien) 6:3, 6:4, 7:6 (7:2) und Jens Knippschild den Briten Barry Cowan 6:4, 6:3, 6:3. Einzig Markus Hantschk musste die Segel streichen, er unterlag dem Marokkaner Hicham Arazi 3:6, 0:6, 6:4, 7:6 (7: 3), 4:6.

Bei den Damen erreichte Anke Huber problemlos die zweite Runde. Die Nummer zehn der Setzliste besiegte die Amerikanerin Meilen Tu in 78 Minuten mit 6:2, 6:3. Auch Jana Kandarr behielt gegen Brie Rippner (USA) mit 6:3, 2:6, 6:4 die Nerven, für die Düsseldorferin Greta Arn war Jelena Kostanic (Kroatien) beim 4:6, 6:7 (4:7) eine Nummer zu groß.

Acht Mann im Hauptfeld der US Open, so stark ist das deutsche Team noch nie in das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres gestartet. Allerdings brachte Delgado Haas nur im ersten Satz in Verlegenheit. Als der Deutsche seinen sechsten Breakball zum 4:3 verwandelte, ergab sich der überforderte Delgado seinem Schicksal und konnte auch den psychologischen Vorteil einer zweieinhalbstündigen Regenunterbrechung nicht nutzen.

Für Alexander Popp war der erste große Auftritt nach Wimbledon dagegen ein hartes Stück Arbeit. In einem verbissenen Match bestach der Mannheimer neben seinem starken Passierspiel vor allem durch Nervenstärke. Trotz dieses beeindruckenden Kraftaktes der Deutschen gibt es Tennisspieler, die, insgesamt gesehen, noch besser sind als Haas und Co. Titelverteidiger Andre Agassi (Foto) zum Beispiel. Agassi traf auf seinen Landsmann Alex Kim fertigte ihn 6:4, 6:2, 6:0 ab und ging dann nach Hause, ohne großes Tamtam zu machen. Pete Sampras, an Nummer vier gesetzt, kam beim 7:6 (7:3), 7:5, 6:4 über Martin Damm (Tschechien) ein wenig ins Schwitzen. Bei den Damen erreichte die Topfavoritin Venus Williams aus den USA (6:3, 6:4 gegen Anne-Gaelle Sidot/Frankreich) ohne Satzverlust Anstrengung die zweite Runde des Turniers.

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