Sport : Verborgen verloren

Michael Rosentritt

ahnt, was Jürgen Klinsmann alles für sich behält Jetzt endlich ist es raus. Jürgen Klinsmann hört sich nach einer Niederlage genau so an wie nach einem Sieg. „Wir sind hochzufrieden, wie die Mannschaft aufgetreten ist. Wir haben klar den Ton angegeben, die Südkoreaner haben sich teilweise mit einer Achterkette hinten reingestellt. In puncto Spielweise und Engagement gibt es nichts auszusetzen.“ Nur zur Erinnerung: Südkorea hatte gestern in Busan drei Tore geschossen, die deutsche Elf nur eins.

Aber so ist er, der Schwabe mit dem kalifornischen Habitus. Für den deutschen Fußball bleibt der 40-jährige Bundestrainer ein Kulturschock. Selbst und wohl gerade in der Niederlage. In der Öffentlichkeit gibt er den liebenswerten, den anständigen Chef, bei dem es keine Verlierer gibt. Nur darf ihn niemand unterschätzen. Intern zieht er seine Linie durch, hart und unbeirrbar. Wer oder was seinem Ziel, in eineinhalb Jahren Weltmeister zu werden, schadet, wird aus dem Weg geräumt.

Natürlich wird der Bundestrainer nicht Fabian Ernst und Bastian Schweinsteiger aus dem Weg räumen, die phlegmatisch spielten, oder Arne Friedrich, der die Gegentore mitverschuldete. Offiziell hat Klinsmann gesagt, dass der Berliner Verteidiger auch am Dienstag gegen Thailand wieder auflaufen wird. Doch diesen drei Spielern sollte aufgefallen sein, dass es Alternativen gibt. Und: Klinsmann ist aufgefallen, dass die Südkoreaner in Sachen Tempo und Zweikampfhärte besser waren. In den vergangenen Monaten hat er viele Spieler geprüft, die ihre Sache besser gemacht haben. Es kann nach einer Niederlage schließlich nicht nur Gewinner geben.

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