Sport : Verschwendete Energie

Karsten Doneck über falsche Eitelkeiten in Cottbus

Karsten Doneck

Wer keine Probleme hat, der schafft sich welche. Bei Energie Cottbus, bisher eher ein Hort der Besonnenheit im rauen Trubel der Fußball-Bundesliga, schlagen Präsident und Trainer aufeinander ein. Der Besiegte steht schon vor Saisonbeginn fest: der FC Energie als Ganzes.

Trainer Petrik Sander hat in den Medien die Verlängerung seines Arbeitsvertrages inklusive Lohnzuwachs gefordert. Präsident Ulrich Lepsch lehnt ab. Jede Rede und Gegenrede, jedes noch so leise Gezeter wird nun öffentlich kommuniziert. Der Ton ist unversöhnlich, explosiv. Chef und Leitender Angestellter erwecken nicht den Eindruck, noch einen gemeinsamen Nenner zu suchen.

In der Wirtschaft verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaften in ähnlichen Sachlagen so lange, bis ein Kompromiss herauskommt. Wenn keiner klein beigibt, kommt ein Schlichter ins Spiel. Der wäre jetzt bei Energie nötig. Denn nur verletzte Eitelkeiten verhindern die Beilegung des unsinnigen Streits. Sander hat bewiesen, dass er als Trainer ein fähiger Mann ist, er hat eine Aufstockung seines nicht gerade üppigen Lohns verdient. Lepsch wiederum kann keine Mourinho-Gehälter zahlen, keine Rentenverträge für Trainer abschließen. Eine Einigung darf trotzdem kein Problem sein.

Das Verhängnisvolle aber ist, dass mit zunehmender Dauer die Autorität des Trainers bei der Mannschaft untergraben wird. Energie Cottbus hat in der Vergangenheit der Zusammenhalt stark gemacht. Dieser Zusammenhalt wirkt derzeit brüchig. Und in sechs Wochen geht die Saison los.

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