Sport : Verwirrende Verlautbarung

Heute will Hertha bekannt geben, ob Hans Meyer in der kommenden Saison Trainer bleibt

André Görke

„Es wird eine Verlautbarung geben, auf die Deutschland – ach, was sag ich! – ganz Europa wartet.“

Herthas Trainer Hans Meyer.

Berlin. Hans Meyer schmiss die Wasserflasche in den Mülleimer, stieg in seinen Kombi und fuhr davon. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC machte sich am Mittag auf den Weg in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. „Ich schaue mir nur unsere Amateurmannschaft an“, sagte Meyer und schob dann vergnügt hinterher: „Naja, vielleicht ist der Dieter ja auch da.“

Der Dieter – also Herthas Manager Dieter Hoeneß – saß dann am Sonntag doch nicht auf der großen Tribüne, „aber er hat ja auch ein Telefon“. So ging das den ganzen Sonntag; Hans Meyer hält sich also viele Optionen offen, damit ja nicht der Eindruck entsteht, er hätte mit dem Manager schon über seine Zukunft geredet. Herthas Vereinsführung – zumindest behauptet sie das – will den Trainer überzeugen, über das Ende dieser Saison hinaus für Hertha zu arbeiten. „Wir geben eine Entscheidung erst am Montag bekannt“, sagt Hoeneß. Bis jetzt sei angeblich keine gefallen. Dass Meyer jedoch bleibt, gilt als sehr unwahrscheinlich.

Seit zwei Wochen geht das jedenfalls so, immer wieder hat der Manager den Termin der Bekanntgabe nach hinten verschoben und somit den Eindruck erweckt, er werde Meyer überzeugen können. Doch der hat bisher nie gesagt, dass sich die Frage nach einer Vertragsverlängerung überhaupt stelle.

Alle Verantworlichen halten sich artig an die Spielregeln. Jedenfalls sorgen Kommentare aus der Vereinsführung („Wir haben viel Zeit“) oder aus Mönchengladbach, Meyers ehemaligen Arbeitgeber („Der Hans bleibt ganz sicher“), für Verwirrung. Auch die Spieler, Pal Dardai etwa, behaupten, dass „wir nie über dieses Thema geredet haben“. Vielleicht ist diese kollektive Anstiftung zur Verwirrung ein Ablenkungsmanöver, um von der Mannschaft abzulenken – oder von Verhandlungen mit anderen Trainern.

Am Montag hätte Hans Meyer jedenfalls frei. Eigentlich.

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