VfB Stuttgart - Bayer Leverkusen 0:1 : Dienst am alten Arbeitgeber

Schön war es nicht anzusehen, was Bayer Leverkusen in Stuttgart zeigte. Dennoch reichte es nach einem knappen 1:0 (1:0) vor 40 800 Zuschauern zu den zweiten drei Punkten in dieser noch jungen Saison.

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Der Neu-Stuttgarter Daniel Schwaab traf gegen seinen Ex-Verein Bayer Leverkusen - ins eigene Netz. Endstand: 0:1.
Der Neu-Stuttgarter Daniel Schwaab traf gegen seinen Ex-Verein Bayer Leverkusen - ins eigene Netz. Endstand: 0:1.Foto: dpa

Stuttgart - Dass es nach dem Spiel zu Tumulten kam, passte nicht wirklich zu einem Bundesligaspiel, das man wohl schnell wieder vergessen wird. Leverkusens Torwart Bernd Leno, ehemaliger Amateurtorwart der Stuttgarter, und Cacau gerieten aneinander. Es wurde geschubst und diskutiert. Leno hatte während des Spiels, das Bayer beim VfB Stuttgart mit 1:0 (1:0) durch das Eigentor von Daniel Schwaab gewann, eine abfällige Geste in Richtung VfB-Fankurve gemacht, aus der er zuvor mit unflätigen Kommentaren bedacht worden war.

„Der Junge wird noch lernen, dass man das nicht macht“, sagte Stuttgarts Manager Fredi Bobic. Bobic wollte und konnte sich nach der zweiten Saisonniederlage aber nicht ernsthaft mit Leverkusens Keeper beschäftigen. Vor 40 800 Zuschauern, darunter Bundestrainer Joachim Löw und Vorgänger Jürgen Klinsmann, sah auch er wie schwer sich die Stuttgarter im Spielaufbau und im Strafraum taten. „Wir müssen jetzt unbedingt in Augsburg punkten und mehr Tore schießen“, kritisierte Bobic, „am Sechzehner war immer Schluss.“

Leverkusens Trainer Sami Hyypiä war froh über den knappen Sieg, der seinem Team vorerst die Tabellenführung einbrachte und sagte: „Wir haben zu viele Bälle verloren, aber gut gekämpft und hart gearbeitet.“ Damit lieferte Hyypiä eine treffende Analyse, denn Bayer fiel nicht viel ein, um die Partie in den Griff zu bekommen. Mit minimalem Aufwand kam sein Team zum zweiten Sieg und drei weiteren Punkten.

Weniger zufrieden war verständlicher Weise Daniel Schwaab nach seinem ersten Bundesligator. „Das ist bitter, aber ich wusste, hinter mir kommt Stefan Kießling“, sagte Schwaab, den die Stuttgarter vor der Saison aus Leverkusen kauften. Schwaab spielte zusammen mit Antonio Rüdiger ordentlich als Vertreter der verletzten Georg Niedermeier und Serdar Tasci, „aber Lob wollen wir keines hören, wir brauchen Punkte“ sagte Bobic.

Die größte VfB-Chance vergab Ibrahima Traore bevor Sidney Sam den Pfosten für Leverkusen traf. In der Schlussphase der Partie kamen die Stuttgarter durch den erfrischenden Timo Werner zu zwei Schusschancen, besaßen aber insgesamt zu wenig Kreativität, um stabile Leverkusener aus dem Gleichgewicht zu bringen. Bayer-Stürmer Kießling blieb erstmals nach sieben Spielen ohne Treffer. „Viele Sachen waren heute gut“, sagte der Stuttgarter Trainer Bruno Labbadia, „nur das Ergebnis nicht“. Damit war auch das Publikum nicht zufrieden. Es gab Pfiffe und vereinzelte „Bruno-raus“-Rufe. Oliver Trust

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