VfB Stuttgart : Der unbezahlbare Gomez

Nach dem Auftritt der Schwaben in Köln wird erneut deutlich, dass Mario Gomez für den VfB Stuttgart eine Erfolgsgarantie ist.

Jörg Strohschein

Köln - In Zeiten der globalen Wirtschaftskrise könnte sich das Risiko für den VfB Stuttgart deutlich verringern. Welcher Klub kann und will derzeit schon 35 Millionen Euro aufbringen, um einen Spieler zu verpflichten? Diese beträchtliche Summe würden die Stuttgarter wohl in Rechnung stellen, sollte sich ein sportlicher Konkurrent aus dem Ausland dazu entscheiden, Mario Gomez vorzeitig aus seinem bis 2012 laufenden Vertrag auszulösen. Sie sind dennoch besorgt im Schwabenland, gerade nach solchen Auftritten des 23-Jährigen wie beim 1. FC Köln. Weil sie wissen, dass es noch immer Spitzenvereine, oder welche die es werden wollen, aus England und Spanien gibt, die solch eine Summe vielleicht doch irgendwie bezahlen könnten. Und weil Mario Gomez nicht zuletzt in diesem Spiel unter Beweis stellte, welch dominierende Funktion er im Team des VfB einnimmt.

„Ich weiß nicht, was er für Angebote hat. Sollte Mario gehen, wäre es aber schwer, so einen Spieler wieder zu finden“, sagte Trainer Markus Babbel nach der Partie und die Ernsthaftigkeit in seiner Stimme war nicht zu überhören. Neben seinen drei Treffern, mit denen er sein Saisonkonto auf mittlerweile 18 Tore erhöhte, kämpfte Mario Gomez so intensiv für seine Mannschaft, dass Trainer und Ersatzspieler während der ersten Halbzeit vor Begeisterung auch ohne Treffer aus ihren Sitzen gerissen wurden. Der 23-Jährige beendete in einer beispielhaften Szene einen Angriffsversuch der Kölner mit einer beherzten Grätsche in der eigenen Spielhälfte – und zeigte dabei seinen bemerkenswerten Erfolgswillen. „Er spielt im Moment sehr gut, und wir haben das nie infrage gestellt, auch als es nicht so lief beim ihm. Er ist hochprofessionell, arbeitet für die Mannschaft und ist ein ganz wichtiger Spieler für uns“, sagt Kapitän Thomas Hitzlsperger über seinen Kollegen.

Und so hat sich Gomez in Stuttgart zu einem Gesamtkunstwerk entwickelt, das sie gerne so behüten würden wie ein sündhaft teures Bild von Pablo Picasso oder Salvador Dali. Auch deshalb waren die VfB-Verantwortlichen ungehalten über die etwas zu lapidare Einstellung der Spieler in der ersten Hälfte. Um ihrem Liebling eine Perspektive bieten zu können, müssen sie sich für den internationalen Wettbewerb qualifizieren, gerne auch für die Champions League.

Deshalb „darf so etwas wie in den ersten 45 Minuten nicht noch einmal passieren. Das war grausam“, sagte Babbel. „Denn je erfolgreicher wir sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mario bleibt.“

Der Nationalstürmer selbst hält sich weiterhin zurück. „Ziel jedes Spielers ist es, in der Champions League zu spielen“, sagte er nach der Partie. Ob noch einmal so etwas passieren könnte wie 2007, als der VfB mit einem Schlussspurt den Meistertitel am letzten Spieltag einheimste. „Am Ende der Saison lehnen wir uns zurück und schauen mal, wozu es gereicht hat“, sagte Gomez. „Aber ich habe in der Kabine nicht gehört, dass wir unser Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen, verändert hätten.“ Jörg Strohschein

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