• VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt 1:4: VfB-Fehlstart perfekt: Frankfurt verschärft Stuttgarts Krise
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VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt 1:4 : VfB-Fehlstart perfekt: Frankfurt verschärft Stuttgarts Krise

Befreiungsschlag deutlich verpasst: Der VfB Stuttgart verliert im eigenen Stadion deutlich gegen Eintracht Frankfurt und kassiert die dritte Pleite im dritten Saisonspiel.

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Pechvogel: Stuttgarts Torwart Tyton nach dem Platzverweis.
Pechvogel: Stuttgarts Torwart Tyton nach dem Platzverweis.Foto: dpa

Eine Spur Trotz war beiden nicht abzusprechen. Weder Stuttgarts Trainer Alexander Zorniger noch Manager Robin Dutt. Beide schlossen es nach drei Niederlagen und zehn Gegentoren aus, ihr ganz auf Offensive und Balleroberung ausgerichtetes Spielsystem grundlegend zu ändern. Nach dem 1:4 (1:2) gegen Eintracht Frankfurt - der dritten Pleite in Folge - jedoch sind weder die ernüchternde Bilanz von null Punkten noch die Flut an Gegentoren die einzigen Problem des VfB Stuttgart und seines neuen Trainers.

Der Bundesliga-Neuling musste in der 68. Minute mit Daniel Didavi einen zentralen Mittelfeldspieler vom Feld nehmen, um Platz für Torwart Nummer drei zu schaffen. Da Mitch Langerak seit Saisonbeginn verletzt ist und nun weitere sechs Wochen ausfällt, und die Nummer eins Przemyslaw Tyton nach einer Notbremse Rot sah (68.), musste Drittliga-Torwart Odisseas Vlachodimos zwischen die Pfosten. Der kassierte sein erstes Gegentor als Haris Seferovic den fälligen Elfmeter zum 3:1 verwandelte und das Spiel endgültig endschied. Als der "Mann des Tages" aus Eintracht Sicht, Luc Castaignos, zum 4:1 Endstand traf (87.) trotteten die Stuttgarter längst tief frustriert über den Rasen.

Patriarch zwischen Politik und Fußball
Gerhard Mayer-Vorfelder und Joachim Löw. Mit dem allmächtigen Präsidenten des VfB Stuttgart hatte es Löw nicht immer leicht. Trotz Pokalsieg 1997 und Europapokalfinale 1998 wurde der spätere Bundestrainer von MV entlassen - weil er angeblich nicht so gut mit den Stars konnte. Löw nahm es ihm nicht lange übel und sagte in seiner Beileidsbekundung: "Er war eine starke Persönlichkeit mit einer riesigen Fußballkompetenz, mit ihm konnte man wunderbar über Fußball diskutieren, auch kontrovers. Ich bin ihm für Vieles sehr dankbar.“Alle Bilder anzeigen
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18.08.2015 16:01Gerhard Mayer-Vorfelder und Joachim Löw. Mit dem allmächtigen Präsidenten des VfB Stuttgart hatte es Löw nicht immer leicht. Trotz...

Zorniger: "Das war heute extrem scheiße"

Man darf davon ausgehen, dass die Stuttgarter die letzten zwei Tage der Transferperiode nutzen, um sich mindestens einen weiteren Torwart zuzulegen. "Wir werden wahrscheinlich noch was machen", sagte Zorniger. "Jetzt können wir überlegen, ob wir grundsätzlich alles ändern, oder die guten Ansätze zusammenbauen", so Zorniger weiter. "Das heute war extrem scheiße und hatte mit individuellen Fehlern zu tun."

An diesem Tag war eine derartige Aussage mutig. In der Stuttgarter Arena gab es unter den 50 000 nicht mehr viele, die in Zorniger noch den Mann sahen, der dem VfB zum Erfolg führt. "Wir haben Kredit verspielt und naive Fehler gemacht", klagte Kapitän Christian Gentner. "Heute war nichts gut", sagte Manager Dutt. Der VfB stürmte - oft eine Spur zu unbedacht - und überließ dem Gegner gefühlt kilometergroße Räume, die die Eintracht (4 Schüsse aufs Tor - vier Treffer) geschickt nutzte. "Es kann nicht sein, dass wir vorne reihenweise Chancen vergeben, manche aus nur zwei Meter, und hinten jeder Gegenzug zum Tor wird", schimpfte Dutt. Vor allem Martin Harnik "verdaddelte" (Zorniger) zig Chancen.

Nach dem 1:3 gegen Köln, dem 2:3 gegen den HSV ist das junge schwäbische Projekt in eine ernste Schieflage geraten. Nach elf Minuten das 0:1. Seferovic verlängerte eine Flanke aus Abseitsposition und VfB-Verteidiger schaufelte den Ball ins eigene Tor. Dem Ausgleich (30.) durch Daniel Didavi aus Abseitsposition folgte die erneute Eintracht-Führung durch Castaignos (42.) - und Tytons ungeschickter Einsatz gegen Castaignos im Strafraum. Bereits gegen Köln hatte der Polen einen Elfmeter verschuldet.

Die Eintracht feierte ihren ersten Saisonsieg, der laut Manager Bruno Hübner "hoch verdient war" und "gut tut, weil er uns Sicherheit gibt". Auch die Hessen sehen sich noch in der Probephase. "In der zweiten Hälfte waren wir klarer und besser im Spiel. Das 3:1 war die Entscheidung. In Hälfte eins hat der VfB ein richtig gutes Spiel gemacht", sagte Frankfurts Trainer Armin Veh. Die Verlierer aus Stuttgart müssen nach dem Fehlstart grundsätzliche Fragen beantworten. "Dabei müssen harte Worte fallen", forderte Stürmer Daniel Ginczek.


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