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VfL Bochum - 1. FC Union Berlin 2:1 : Unglücklicher Auftakt für Jens Keller

Zum Saisonstart hat der 1. FC Union Berlin eine Niederlage hinnehmen müssen. Beim VfL Bochum verloren die Berliner knapp.

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Bochums Stefanon Celozzi (l) und Berlins Kenny Prince Redondo im Kampf um den Ball.
Bochums Stefanon Celozzi (l) und Berlins Kenny Prince Redondo im Kampf um den Ball.Foto: dpa

Nach dem Abpfiff sah man bei den Vertretern des 1. FC Union nur betretene Gesichter. Präsident Dirk Zingler und Sportgeschäftsführer Lutz Munack ärgerten sich nach der 1:2 (0:0)-Niederlage zum Zweitligaauftakt beim VfL Bochum hoch oben auf der Tribüne – die Spieler unten auf dem Platz. Der Gang zu den Fans fiel ihnen nicht leicht.

Jens Keller drehte nach dem Abpfiff kurz in Richtung Ersatzbank ab. Für den neuen Trainer des 1. FC Union gab es im ersten Pflichtspiel eine durchaus vermeidbare Niederlage. Mindestens einen Zähler hätte seine Mannschaft, die nach einer ordentlichen Vorbereitung mit einem guten Gefühl in den Westen der Republik gereist war, mitnehmen müssen. „Mich ärgert, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben. In der ersten Halbzeit waren beide Mannschaften nervös und haben sich gegenseitig neutralisiert. Wir hatten nach der Pause zwei oder drei hundertprozentige Torchancen, aber wir treffen das leere Tor nicht“, sagte Keller. „Dann haben wir nach einer Standardsituation gepennt und kommen trotzdem wieder zurück. Wir waren dann dem Tor zum 2:1 näher. Aber wer im Fußball es vorne nicht macht, bekommt es hinten rein“, ergänzte der Trainer, „deshalb haben wir das Spiel verloren.“

Keller hatte in Bochum vor 17 118 Zuschauern bis auf eine Ausnahme jene Mannschaft ins Rennen geschickt, die eine Woche zuvor den niederländischen Erstligisten FC Utrecht mit 3:0 bezwungen hatte. Lediglich Kenny Prince Redondo, der gegen Utrecht als Joker mit einem Treffer und zwei Torvorlagen aufgefallen war, schaffte auf den letzten Drücker noch den Sprung in die Startelf. Dafür büßte auf der linken Außenbahn Adrian Nikci im 4-3-3-System mit einem Sechser und zwei Achtern im Mittelfeld seinen Platz ein. Mit Linksverteidiger Kristian Pedersen und Angreifer Philipp Hosiner hatten zwei Neuzugänge die Zugehörigkeit zur ersten Elf geschafft.
Im ersten Abschnitt war beiden Teams deutlich anzumerken, dass sie zu Beginn der Saison noch nicht wissen, wo sie stehen. Positiv ausgedrückt, verhielten sich die Fußballer hüben wie drüben in der Defensive sehr konzentriert. Torgelegenheiten gab es kaum zu bewundern. In der Anfangsphase fiel nur Bochums Marco Stiepermann (9.) mit einem Schuss auf. Immerhin wurden die Bochumer, die in der Offensive ohne den zum VfB Stuttgart abgewanderten Torjäger Simon Terodde auskommen müssen, zum Ende der ersten 45 Minuten etwas munterer. Doch Peniel Mlapa (26.), Felix Bastians (27.) und Thomas Eisfeld (40.) scheiterten an sich oder dem in dieser Phase gut aufgelegten Union-Torwart Jakob Busk.

Kreilach vergab zwischenzeitlich die große Chance zum 2:1

Im zweiten Abschnitt spielten die Gäste in Richtung ihrer getreu dem vorher vereinbarten Motto ganz in Rot gekleideten Anhänger. Es folgte die beste Phase der auf die oberen Tabellenplätze schielenden Berliner. Doch Damir Kreilach und Steven Skrzybski vergaben die ersten Gelegenheiten. Kurioserweise fiel das erste Tor der Begegnung dann auf der anderen Seite. Der Bochumer Kapitän und Ex-Herthaner Felix Bastians traf nach 57 Minuten zum 1:0, nachdem Busk gegen Johannes Wurtz noch den Einschlag hatte verhindern können.

Davon ließ sich Union aber noch nicht entmutigen, auch wenn Hosiner (59.) und ein der neue Kapitän Felix Kroos mit einem verunglückten Fernschuss (60.) ihr Ziel noch verfehlten. Eine Aktion von Kroos führte aber einige Zeit später zum zu diesem Zeitpunkt hochverdienten Ausgleich durch Kreilach in der 72. Minute ein. Der Kroate hatte schon beim letzten Aufeinandertreffen in Bochum im November 2015 den 1:1-Endstand besorgt.

Dabei blieb es aber diesmal nicht. Ausgerechnet Union-Keeper Busk, bis dahin einer der besten seiner Elf, leitete die Niederlage ein. Einen Ball von Nils Quaschner ließ er abklatschen. Das Geschenk ließ sich Tom Weilandt 13 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit nicht entgehen. Nun warf Union alles nach vorn. Doch in der Schlussphase hätte es bei Kontern des VfL noch weitere Gegentreffer geben können. „Wir hatten Chancen für zwei oder drei Spiele“, ärgerte sich Hosiner. „Und das Gegentor zum 1:2 war vermeidbar.“ Auch der Österreicher schlich mit hängendem Kopf vom Feld.

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