Sport : Völler entdeckt die Rotation

Im letzten Testspiel vor der EM will der Teamchef gegen Ungarn im Angriff etwas ausprobieren

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Kaiserslautern Das Transparent hatten die Fans am langen Gitterzaun befestigt. „Danke Miro – deine Kurve vergisst dich nicht“, stand auf der Plastikplane. Es war der letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga und auch das letzte Spiel von Miroslav Klose im Trikot des 1. FC Kaiserslautern. Er werde die Lauterer Fans nie vergessen, hat Klose später in ein Mikrofon gerufen und sich dann zu seinem neuen Verein Werder Bremen bekannt.

Niemals geht man so ganz, das dürfte Klose schon zwei Wochen später klar geworden sein. Als er gestern mit der Nationalmannschaft in Kaiserslautern vorfuhr, wurde er freundlich empfangen. An seinem alten Arbeitsplatz spielt Klose heute mit der Nationalmannschaft gegen Ungarn. Und wieder ist es ein Abschiedsspiel – es ist das letzte Testspiel vor der Europameisterschaft in Portugal.

Ob Klose von Anfang an spielen wird, wollte Teamchef Rudi Völler nicht verraten. Er wäre jedoch „nicht unglücklich, wenn der Miro das eine oder andere Tor schießt“. Am Abend reiste Völler nach Amsterdam, um sich den letzten Test der Niederländer gegen Irland anzuschauen. Dabei erlebte er die überraschende 0:1 (0:1)-Niederlage der Gastgeber. Robbie Keane erzielte Sekunden vor dem Halbzeitpfiff das Tor. Die Niederländer sind der erste EM-Gegner der Deutschen am 15. Juni in Porto.

Ähnlich werden sich die Kollegen des niederländischen Trainerstabs verhalten und sich somit das Spiel der Deutschen am Sonntag anschauen. Doch Rudi Völler hat schon im Vorfeld angekündigt, dass „wir gegen Ungarn nicht die Mannschaft sehen, die gegen die Niederlande spielt“. Auf „zwei bis drei Positionen“ werde er die Mannschaft gegen Ungarn umstellen.

Dabei dürfte es sich vor allem um den Angriff handeln. Die Abwehrkette dagegen wird wohl aus jenen Spielern bestehen, die bei der EM den Stamm bilden. Die Niederländer dürfen sich demnach auf Oliver Kahn sowie Arne Friedrich, Christian Wörns, Jens Nowotny und Philipp Lahm in der Viererkette einstellen.

Im Vergleich zum 2:0-Erfolg über die Schweiz wird Völler im Angriff rotieren. Neben dem Hannoveraner Thomas Brdaric könnte Lukas Podolski eine Chance bekommen. Der 19-Jährige Stürmer des 1. FC Köln war erst am Donnerstag mit Bastian Schweinsteiger (Bayern München) zum A-Team gestoßen. Die beiden kamen direkt aus dem Trainingscamp der U-21-Nationalmannschaft. Völler nennt Podolski schon „meine Geheimwaffe“. Dieses Lob kommt zur rechten Zeit, denn Stürmer Kevin Kuranyi klagt derzeit über Schmerzen im Rücken. Tsp

Heute im Fernsehen:

Deutschland – Ungarn

live im ZDF

SPIELBEGINN 19 Uhr

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