Sport : Vom B-Team zum A-Team

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Kann sich noch jemand an den 1. Juni 2003 erinnern? Zwischen der Fußball-WM, in der sich Deutschland den zweiten Platz ergrätscht und erballackt hatte, und der anstehenden EM hatte der DFB ein Länderspiel gegen Kanada anberaumt, das nicht nur durch den Austragungsort Wolfsburg vom zarten Hauch der Bedeutungslosigkeit umweht wurde. Beim 4:1 vertraute Teamchef Rudi Völler einem besseren B-Team, in das er so klangvolle Namen wie Frank Rost, Tobias Rau, Benjamin Lauth und Michael Hartmann integrierte. Es war der höchste Sieg gegen den nordamerikanischen Erzrivalen mit der ausgeprägten Kufenaffinität, dennoch hat dieses Verlegenheitsspiel keinen größeren Eindruck in der deutschen Fußballgeschichte hinterlassen.

Das Länderspiel in Schweden am 17. November könnte später einmal einen größeren Stellenwert im Archiv des DFB einnehmen. Dann will der derzeitige Bundestrainer Joachim Löw zwar sein Stammpersonal schonen, ähnlich wie einst Völler. Der heutige Alternativplan sieht allerdings ungleich aufregender aus als noch vor sieben Jahren. Statt einer Verlegenheitself mit soliden Bundesligaprofis aus der zweiten Reihe wird Löw wohl die Mainzer Lewis Holtby und André Schürrle oder den Dortmunder Mario Götze aufbieten, auch dessen Teamkollegen Kevin Großkreutz und Mats Hummels könnten wie schon vor der WM gegen Malta auflaufen. Das macht Sinn, weil so die derzeit vielversprechendsten Talente des deutschen Fußballs getestet und an die A-Nationalmannschaft herangeführt werden. Und das macht Lust zum Zuschauen – denn ein B-Team sieht ganz anders aus.

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