Sport : Von Gesetz wegen

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Armin Lehmann über

die kriminelle Energie im Radsport

Wenn ein offensichtlich kerngesunder Sportler wie der Radprofi Fabrice Salanson plötzlich stirbt, dann stellen die Ahnungslosen, die Laien im Radsport, den Experten immer wieder die gleichen Fragen: Wie kann denn das sein, warum wird so wenig gegen Doping getan und so weiter und sofort? Die Experten schütteln dann immer mitleidig mit dem Kopf und sagen: So ist das halt. Die Experten erzählen dann von den Geschichten, die angeblich unter Experten sowieso unstrittig sind, die man aber leider doch nicht hundertprozentig beweisen kann: dass von den 30 besten Radteams der Welt sowieso alle dopen. Und zum Dopen angehalten werden.

Gleichzeitig mit dem ominösen Tod des Fabrice Salanson mehren sich nun die Hinweise (siehe Seite 23), dass die aktuelle RadsportSzene mal wieder auf einen neuen Doping-Cocktail schwört. Eine Mixtur aus Wachstumshormonen und Insulin. Das Praktische an ihm ist, dass die Stoffe praktisch nicht nachweisbar sind. Und wenn sie nachweisbar sind, dann wird das Verfahren nicht anerkannt. Und wenn das Verfahren endlich anerkannt wird, dann gibt es ganz bestimmt einen neuen, tollen Super-Cocktail.

Angesichts dieser kriminellen Umtriebe, die Todesfolgen haben können, ist eine langjährige Diskussion so aktuell wie nie: Braucht Deutschland endlich ein Anti-Doping-Gesetz? Muss es nicht auch in Deutschland möglich sein, Razzien im Vorfeld einer Veranstaltung wie der Deutschland-Tour durchzuführen, wie es mittlerweile in Italien und Frankreich üblich ist? Bundesinnenminister Otto Schily sagt, ein solches Gesetz greife in die Autonomie des Sports ein, der Sport müsse diese Dinge selbst regeln. Gegen Kriminalität aber ist der Sport alleine machtlos. Da helfen nur Gesetze. Und die nötigen Mittel, diese auch anzuwenden.

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