Vor Auswärtswochenende in der DEL : Alles nur Kopfsache bei den Eisbären Berlin

Die Eisbären wollen bei ihren Gastspielen in Ingolstadt am Freitag und Schwenningen am Sonntag zurück in die Spur finden. Kapitän André Rankel ist wieder mit dabei.

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André Rankel ist wieder bei 100 Prozent.
André Rankel ist wieder bei 100 Prozent.Foto: Jörg Leopold

Bevor das Eistraining am Donnerstag begann, wurde Uwe Krupp deutlich. Er versammelte die Spieler der Eisbären um sich und hielt eine lautstarke Ansprache. Dabei fiel immer wieder ein in der englischen Sprache sehr gebräuchliches Schimpfwort. "Ich habe nur gesagt, dass wir jetzt richtig gut trainieren werden", erklärte Krupp später. Tatsächlich griff der Coach zusammen mit seinen Assistenten anschließend immer wieder korrigierend in die Übungen ein, suchte zudem das direkte Gespräch mit seinen Spielern.

Es scheint so, als würde der Ton ein bisschen rauer werden bei den Eisbären. Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sind die Berliner am Wochenende in Ingolstadt (Freitag, 19.30 Uhr) und Schwenningen (Sonntag, 16.30 Uhr) gefordert. "Wir wollen beide Spiele gewinnen", sagte Krupp. Damit die Minikrise sich gar nicht erst richtig auswächst.

Da trifft es sich gut, dass André Rankel nach seiner Nackenverletzung wieder mit dabei sein wird. "Ich fühle mich gut, ich bin fit", sagte der Kapitän, der zuletzt in der Rehaklinik in Donaustauf behandelt wurde. Wenn er in Ingolstadt aufläuft, wird er allerdings andere Kollegen neben sich haben. Krupp baut das Team erstmals in dieser Saison nachhaltig um. Rankel wird neben Florian Busch und Spencer Machacek stürmen. Petr Pohl bekommt Travis Mulock und Julian Talbot an die Seite gestellt. Die erste Reihe mit Marcel Noebels, Darin Olver und Barry Tallackson bleibt so zusammen, allerdings hat Krupp mit 13 Angreifern im Kader auch im Spiel gute Möglichkeiten, noch nachzujustieren.

Frank Hördler und Bruno Gervais fallen weiter verletzt aus

"Das probiert man und hofft auf einen positiven Effekt. Aber das wird auch ein bisschen überbewertet. Wir wissen alle, was wir zu tun haben", sagt Rankel. Und das heißt, dass die Berliner vor allen Dingen das Tor treffen müssen - und möglichst mehr als nur zweimal in einem Spiel. "Das Toreschießen fällt leichter, wenn man nicht groß drüber nachdenkt", glaubt Rankel, wobei letztlich alles eine Kopfsache sei, denn "Siege bringen Selbstvertrauen."

Zuletzt hatte allerdings auch die Defensive den ein oder anderen Wackler drin. Die Verteidigung stellt sich am Wochenende allerdings von selbst auf, denn Frank Hördler und Bruno Gervais fallen weiter aus. Hördler hat nach seinem Innenband-Teilriss im Knie zwar in dieser Woche schon wieder auf dem Eis gestanden, er trainiert Uwe Krupp zufolge aber bisher nur "sehr vorsichtig". Bei Gervais ist daran nicht zu denken. Er wird den Eisbären wegen einer nicht näher spezifizierten Oberkörper-Verletzung auf "unbestimmte Zeit" fehlen.

Angesichts der jüngsten Ergebnisse und der personellen Situation müsste so ein Spiel wie am Freitag beim Tabellenvorletzten da eigentlich zur rechten Zeit kommen. Doch Vizemeister Ingolstadt ist gerade jetzt ein undankbarer Gegner. "Die werden mit dem neuen Trainer eine Reaktion zeigen", glaubt Krupp. Der ERC stellte am Donnerstag Kurt Kleinendorst als Headcoach vor. Und der erlebt gleich Ungewöhnliches in seinem ersten Spiel: Verteidiger Patrick Köppchen wird gegen die Eisbären nicht für die Bayern auflaufen - nach zuvor 506 DEL-Pflichtspielen in Folge. Auch ihn plagt eine Oberkörper-Verletzung. Bleibt abzuwarten, bei wem die Ausfälle letztendlich schwerer wiegen.

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