Vorschau : Spiele des Tages: Deutschland und mehr

Um 13.30 Uhr bestreitet die deutsche Mannschaft ihr zweiten WM-Spiel, diesmal gegen Serbien. Am Nachmittag tritt Slowenien gegen die USA an. Und abends spielt England gegen Algerien.

DEUTSCHLAND – SERBIEN

Gruppe D, Nelson-Mandela-Bay-Stadion, Port Elizabeth, 13.30 Uhr, live im ZDF und bei Sky. Schiedsrichter: Alberto Undiano (Spanien).

Seit der Auslosung der WM-Gruppen im europäischen Winter ist viel darüber diskutiert worden, ob die Gegner der Deutschen im südafrikanischen Winter nun eher der Laufkundschaft zuzuordnen seien oder doch eine ernste Gefahr für Löws Team darstellen. Wie sinnvoll solche Debatten sind, hat das erste Spiel der Deutschen gezeigt: Das zuvor so hymnisch besungene Defensivbollwerk der Australier wurde mal eben pulverisiert. Entscheidend ist eben nicht, was in der Vorbereitung war, entscheidend ist allein die Tagesform. Die Tagesform der Serben war bei ihrer Auftaktniederlage gegen Ghana nicht eben furchterregend, und genau das sollte die Deutschen stutzig machen. Die Serben gelten ohnehin als gefährlich, als besonders gefährlich aber gelten sie, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen. Wie gut, dass in der deutschen Viererkette jemand spielt, der einen der gefährlichsten Serben aus dem Effeff kennt. Arne Friedrich hat vier Jahre bei Hertha BSC mit Marko Pantelic zusammengespielt, heute werden sie sich als Gegner wiedersehen. Geheimnisse dürfte es nicht mehr geben. Trotzdem, nur zur Sicherheit: Aufpassen, Arne, Pante kann nur mit rechts!

SLOWENIEN - USA

Gruppe C, Ellis Park, Johannesburg 16.00 Uhr, live bei ZDF und Sky. Schiedsrichter: Koman Coulibaly (Mali).

Die Stresshormone werden es schon regeln. Tim Howard, Torhüter der USA, hat keinen Zweifel daran, dass er auf dem Platz stehen wird – ungeachtet der Rippenverletzung, die er nach einem Foul von Englands Emile Heskey erlitten hatte. „Ich vertraue auf das Adrenalin“, sagt er. „Davon kann man nie genug bekommen.“ Für Adrenalinströme ist gesorgt. Slowenien kann nach dem Auftaktsieg gegen Algerien das Weiterkommen sichern, die USA das Unentschieden gegen England vergolden.

Das Spiel wird zu einer Wiedersehensfeier der Bundesligaprofis. Drei Spieler aufseiten der US-Auswahl, gar vier im Team der Slowenen um den Kölner Stürmer Milivoje Novakovic gehen an den Start. Zudem stehen sich mit Slowenien das geografisch kleinste und mit den USA das größte Teilnehmerland gegenüber. Und Letztgenanntes scheint nun auch endgültig seine Passion für den Fußball zu entdecken: Beim ersten Spiel saßen mehr als 14 Millionen Zuschauer vor den Fernsehern, inklusive Präsident Barack Obama. Es war die zweitbeste Einschaltquote eines Fußballspiels überhaupt in den USA. Das alleine dürfte schon für genug Adrenalin bei Tim Howard sorgen.

ENGLAND - ALGERIEN

Gruppe C, Green-Point-Stadion, Kapstadt, 20.30 Uhr, live bei RTL und Sky. Schiedsrichter: Rawschan Irmatow (Usbekistan).

Für Robert Green kommt es derzeit richtig dicke. Grenzenlose Häme schütteten die Engländer über ihrer Nummer eins aus, nur weil diese sich im Auftaktspiel gegen die Amerikaner nahtlos in die englische Torwarttradition eingereiht hatte und ein Schüsschen von Clint Dempsey einfach mal passieren ließ. Das war für Greens Arbeitgeber West Ham eindeutig zu viel. Die „Hammers“ drohen nun, Green vor die Tür zu setzen und ihn gegen den Nigerianer Vincent Enyeama auszutauschen – der gestern gegen Griechenland allerdings ebenfalls patzte. Vermutlich wird Green das Gefühl, ausgetauscht zu werden, bei seiner Rückkehr nach London schon kennen. Englands Trainer Fabio Capello überlegt nämlich, ob er gegen Algerien anstelle von Green nicht doch lieber Joe Hart oder David James ins Tor stellt. Ohnehin hat Capello derzeit noch weitere Probleme. Verteidiger Ledley King verletzte sich im ersten Spiel, für ihn ist die WM gelaufen. Dagegen steht Mittelfeldspieler Gareth Barry nach langer Verletzungspause vor einer Rückkehr ins Team. Und es gibt noch eine gute Nachricht für Fabio Capello: Algerien hat ebenfalls einen Green. Dieser heißt Faouzi Chaouchi und griff genau wie sein englisches Pendant im ersten Spiel gegen Slowenien gehörig daneben. Allerdings drohte Chaouchi bisher weder Nationaltrainer Saadane noch sein Arbeitgeber ES Setif mit dem Rausschmiss.

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