VORSPIEL von Mathias Klappenbach : VORSPIEL von Mathias Klappenbach

Noch kein Spiel verloren hat der Hamburger SV mit Thorsten Fink, hier scheint der Wechsel auf dem Trainerposten ausnahmsweise und schnell Ergebnisse zu bringen, Fink meint schon, vor übersteigerter Euphorie warnen zu müssen. Unter Fink spielt der HSV von einem Tag auf den anderen selbstbewusst – und offensiv. Seine Maßnahme, die beiden Außenverteidiger weit vorgezogen entscheidend in Spielaufbau und Offensive einzubeziehen, funktioniert. Sie werden abgesichert durch einen der zentralen Mittelfeldspieler, der sich zurückzieht und dann eine Dreierkette mit den Innenverteidigern bildet. Ausgefallen ist diese Taktik nicht, am vergangenen Wochenende spielte Gegner Hoffenheim nicht wesentlich anders. Bei den Hamburgern wird diese Spielweise nur für jeden sichtbar konsequent durchgezogen, die Spielzüge entstehen quasi nur über die aufgerückten Außenverteidiger oder die außen postierten Mittelfeldspieler, der wiedererstarkte Paolo Guerrero ist nur als Vollstrecker in der Sturmmitte gefragt und muss sich nicht mehr wie früher den Ball im Mittelfeld selbst erkämpfen. Bei Hannover 96 ist es im Grunde nicht anders, der erste Pass nach einem Ballgewinn geht beim beispielhaft schnellen Umschalten meist auf eine Außenposition. Dieser Pass wird im Mittelfeld oft von der nominellen Spitze Jan Schlaudraff gespielt, der sich beizeiten wie früher Guerrero zurückfallen lässt, wenn die Stürmer nicht ins Spiel eingebunden sind. Im Duell beim HSV könnten aber Räume auf außen entstehen, wenn in hinterster Linie nach einem Ballverlust nur die Dreierkette steht. In den vergangenen Monaten war Hannovers Trainer Mirko Slomka darum bemüht, die Zahl der Handlungsmöglichkeiten seiner Mannschaft zu vergrößern, zu ausrechenbar war Hannovers Konterfußball für die Gegner geworden. Gegen Hamburgs neue Offensivtaktik könnte aber gerade das Hannover aus der vorigen Saison gefragt sein.

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